Belgischer Geschäftsmann kommt bei Fenstersturz in Moskau ums Leben

Der belgische Geschäftsmann und Experte für Metalllegierungen Bruno Charles De Cooman ist am Mittwoch ums Leben gekommen, als er aus dem Fenster seines Appartements in Moskau gefallen ist. Entsprechende Medienberichte in Belgien und Russland wurden inzwischen vom belgischen Außenamt in Brüssel bestätigt. Über die Ursache dieses tödlichen Fenstersturzes herrscht große Undeutlichkeit.

Bei der russischen Presseagentur TASS hieß es am Mittwochabend zum Sturz von Bruno Charles De Cooman aus dem Fenster seines Appartements: „Seine Leiche wurde auf der Straße gefunden und wies die charakteristischen Merkmale eines Sturzes aus großer Höhe auf.“

De Cooman gilt als ausgewiesener Fachmann für Metall und war seit rund einem Jahr Vizevorsitzender des russischen Stahlkonzerns NKLM, der auch in Belgien Standorte unterhält. NKLM ist einer der vier großen Stahlgruppen in Russland.

Der Konzern hatte den Belgier De Cooman von der Pohang-Universität in Südkorea abgeworben, wo er die Fakultät Forschung und Entwicklung leitete und wo er ein wissenschaftliches Zentrum gegründet hatte, das sich auf das Testen von Metall-Zusammenstellungen spezialisiert hatte, wie die flämische Tageszeitung De Morgen dazu schreibt.

De Cooman hatte an der Cornell University in Ithaca, New York promoviert und war damach lange Zeit an der Universität von Gent tätig.

Über die präzisen Umstände des Todes von Bruno Charles De Cooman herrscht Unklarheit und auch das belgische Außenministerium schweigt dazu. Seine Leiche wurde vor dem House on the Embankment im Zentrum von Moskau in der Nähe des Kremls (Foto) gefunden, wo er ein Appartement bewohnte. 

Spekulationen

Seine Familie in Belgien schließt einen Selbstmord von De Cooman kategorisch aus. Doch dort heißt es, dass man nichts wisse und dass man auf weitere Informationen von Seiten des Außenamtes oder der belgischen Botschaft in Moskau warte.

Lokale russische Medien melden, dass sich der belgische Geschäftsmann mit einem Bekannten zu dem Appartements-Gebäude begeben haben soll. Während der Freund vor dem Gebäude auf De Cooman wartete, sei dieser nur Minuten später auf die Straße gefallen.

Bei NKLM hieß es nach dessen Tod: „In tiefer Trauer gibt die NKLM-Gruppe den tragischen Tod von Bruno De Coopmann bekannt.  Sein Tod ist ein enormer Verlust für die Gruppe und für den gesamten Sektor. Wir bieten seinen Liebenden unser aufrichtiges Beileid.“

Russische und belgische Quellen bringen den Tod De Coomans in Verbindung mit den Protesten seiner NKLM-Gruppe gegen die Erhöhung der Steuern auf Stahl in Russland. Der Konzern produziert pro Jahr etwa 17 Mio. Tonnen Stahl und generiert dabei einen Jahresumsatz von rund 2,66 Mia. €.