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Kritik: Flugshow der belgischen Luftwaffe von Rüstungsindustrie gesponsert

Mitte September finden am belgischen Luftwaffenstützpunkt Kleine Brogel in der Provinz Limburg die traditionellen „Belgian Air Force Days“ statt. Doch dieses Jahr muss das Verteidigungsministerium dafür herbe Kritik einstecken und zwar auch aus den Reihen der eigenen Regierungsmehrheit. In Zeiten, in denen die Luftwaffe neue Kampfbomber braucht, ist ein Sponsoring für diese Show durch die Rüstungshersteller Eurofighter Tyhoon, Dassault en Lockheed Martin umstritten, zumal sich alle drei Konzerne darum bemühen, den F-16-Nachfolger zu liefern. 

Die Webseite der diesjährigen „Belgian Air Force Days“ vermeldet stolz die drei Sponsoren der Veranstaltung: Eurofighter Tyhoon, Dassault und Lockheed Martin. Nicht zufällig buhlen diese drei Hersteller um den Auftrag, den Nachfolger für den Kampfbomber F-16 der belgischen Armee zu liefern. Die belgische Luftwaffe will 34 neue Maschinen ankaufen, ein Auftrag für den rund 3,4 Mia. € zur Verfügung stehen. Dazu kommen noch die Wartung der Maschinen und regelmäßige Updates der Software.

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Die Kritik an dem Sponsoring kommt unter anderem von prominenten Vertretern der Mehrheitsparteien in der Bundesregierung und zwar von dem flämischen Liberalen Tim Vandeput (Open VLD) und von Hendrik Bogaert von Flanderns Christdemokraten CD&V. Es sei keine gute Idee der Armee, das so zu machen hieß es dazu. Der Christdemokrat Bogaert sagte dazu, er werde auch nicht vor den Kommunalwahlen in seiner Gemeinde ein Bauunternehmen, dass einen Bürgersteig anlegt, auch bitten, eine lokale Feier zu sponsern…. Man müsse auch bei der Luftwaffe begreifen, dass so etwas ein falsches Bild abliefere, denn dies könne durchaus so aussehen, dass sich die Flugzeugbauer ihre Sympathie erkaufen…

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Im belgischen Verteidigungsministerium ist man sich indessen keiner Schuld bewusst, im Gegenteil. Dort hieß es schlicht und einfach: „Alle Flugzeugbauer haben eine Anfrage für ein Sponsoring bekommen. Ein jeder wurde gleich behandelt.“ Dass die Luftfahrtindustrie eine Flugshow sponsert, ist eigentlich nichts Neues. Und eigentlich ist die technische Bewertung der Nachfolge-Kandidaten für die F-16 schon längst gelaufen. Und doch hat die Sache ein „Geschmäckle“.

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Drei Kandidaten stehen dafür zur Auswahl: An der Ausschreibung des Auftrags durch die belgische Bundesregierung beteiligten sich der US-Konzern Lockheed Martin mit der F-35 und der europäische Gemeinschaftskonzern Eurofighter mit dem Typhoon (Foto oben). Auch der französische Rüstungskonzern Dassault ist mit seiner Rafale (Foto unten) noch im Rennen, auch wenn sich die Gruppe nicht offiziell per Ausschreibung für den Auftrag beworben hat. Allerdings läuft die Deadline für die Angebote offiziell erst am 24.Oktober aus. Ob es vor den Parlamentswahlen am 26. Mai 2019 noch zu einer Entscheidung kommt, ist fraglich.

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Im Rahmen der „Belgian Air Force Days“ wird übrigens die Lockheed Martin-F-35 (Foto unten) zum ersten Mal in Belgien zu sehen sein. Sie wird zwar dann nicht fliegen, doch auf dem Rollfeld der Airbase Kleine Brogel ist sie ausgestellt. Eigentlich ist die F-35 gefühlt der Topfavorit für die F-16-Nachfolge, doch, wie bereits erwähnt, entschieden ist offiziell noch nichts. Auch die Dassault-Rafele und der Eurofighter-Typhoon werden in Kleine Brogel zu sehen sein und diese beiden Maschinen beteiligen sich auch an den Flugvorführungen.