NATO: Belgien verlegt wieder Panzer und Kampfbomber nach Litauen

Anfang September entsendet die belgische Armee F-16-Kampfbomber und einige Panzerfahrzeuge nach Litauen. Diese Maßnahme gilt als Verstärkung der Anwesenheit der NATO-Truppen gegen mögliche russische Angriffe. Belgien reiht sich damit in ein multinationales Bataillon unter deutschem Kommando ein. Ab dem 3. September soll das belgische Kontingent vollständig vor Ort sein.

Die Ausrüstung und die Fahrzeuge der Landkomponente aus Belgien ist per Schiff auf dem Weg in Richtung Baltikum unterwegs. Dabei sind auch Panzerfahrzeuge von Typ Piranha (Foto oben). Zu dieser belgischen Abordnung gehört auch eine Einheit von Aufklärern der luxemburgischen Armee. Rund 230 belgische Soldaten aus einem Bataillon des Armeestützpunktes Marche-en-Famenne (Provinz Luxemburg) und deren luxemburgische Kameraden werden dazu in Rukla, im Zentrum Litauens stationiert.

Belgien nimmt seit 2017 an der Sicherung der östlichen NATO-Flanke teil, zu der mehrere internationale Bataillone in den baltischen Staaten Estland, Litauen und Lettland sowie in Polen gehören. Die Stationierungen finden im Rahmen der "enhanced Forward Presence“ (eFP) in einem Rotationsprinzip statt.

Luftwaffe

Die belgische Luftwaffe beteiligt sich ab September mit der Stationierung von vier F-16-Kampfbombern (Foto unten) an der Aufgabe. Die Maschinen werden mitsamt Besatzung und rund 50 Mann Bodenpersonal auf der litauischen Luftwaffenbasis von Siaulai stationiert und sollen dabei helfen, die Sicherheit des baltischen Luftraums zu gewährleisten.

Die Maschinen sind am dem 1. September einsatzbereit und kommen ebenfalls im Rotationsprinzip zunächst von der Basis in Florennes (Prov. Namür) und später in Ablösung aus Kleine Brogel in Limburg. Dazu gesellen sich vier deutsche Eurofighter. Belgien und Deutschland lösen dabei spanische und portugiesische Eurofighter sowie französische Mirage 2000C-Gefechtsflugzeuge ab.

Die baltischen Staaten, die der NATO 2004 beigetreten sind, haben keine eigenen Luftwaffen. Sie sind in dieser Hinsicht von ihren Partnerländern im Nordatlantischen Verteidigungsbündnis abhängig. Belgien nimmt bereits zum achten Mal an einem solchen Einsatz teil und gehörte schon 2004 zu den ersten Ländern, die den Luftraum über Estland, Litauen und Lettland als NATO-Partner sicherte.