Antwerpener Staatsanwaltschaft geht Drogenproblematik offensiv an

Ab nächster Woche läuft in Antwerpen der so genannte „Stromplan“, mit dem das Drogenproblem angegangen werden soll. Das hat Anne-Marie Gepts, Antwerpener Staatsanwältin, in ‚De ochtend‘, dem Morgenmagazin von Radio 1 der VRT angekündigt. Ein entsprechendes Team wurde mit Personen aus verschiedenen Dienststellen besetzt:  der lokalen und Bundespolizei, der Staatsanwaltschaft, der Sozialinspektion und dem Zoll.

Antwerpen kämpft seit einiger Zeit mit Abrechnungen, Schießereien und Brandstiftung im Drogenmilieu. Seit Jahren gilt der Antwerpener Hafen als wichtiger Umschlagplatz im internationalen Kokainhandel. Vergangenes Jahr wurden dort nicht weniger als 40 Tonnen Kokain beschlagnahmt. Der nun angekündigte „Stromplan“ – in Anlehnung an das Motto der Schelde-Stadt, die sich als Stadt am Strom bezeichnet - muss dem Drogenproblem ein Ende setzen.

"Der Import und Export von Drogen ist seit vielen Jahren eine Priorität der Staatsanwaltschaft Antwerpen, einschließlich des Drogenproblems im Allgemeinen. Seit 1,5 Jahren werden wir mit Aggressionen in der Öffentlichkeit konfrontiert. Der Bedarf an einem integrierten Ansatz mit allen beteiligten Dienststellen wuchs", erklärt Gepts im VRT-Interview.

Maximaler Informationsaustausch

Im Rahmen dieses Anti-Drogenprogrammes arbeiten verschiedene Dienste zusammen und tauschen ein Maximum an Informationen aus. Eine Drogen-Task-Force wird zu Beginn 30 bis 40 Mitarbeiter beschäftigen. Langfristig soll sie auf 70 bis 80 Personen anwachsen. Die lokale und die Bundespolizei, der Zoll, die Sozialinspektion und die Staatsanwaltschaft werden unter einem Dach vereint sein und dies ist eine Premiere für Belgien.

"Es wurden Vereinbarungen zwischen verschiedenen Behörden getroffen, wie das Drogenproblem in Antwerpen angegangen werden soll. Wir werden uns regelmäßig zusammensetzen und sehen, wie wir am besten mit bestimmten Straftaten umgehen. Neu ist, dass wir das jetzt mit allen Dienststellen gemeinsam tun können", so Staatsanwältin Gepts.

Der Hafen wird auch ein Pilotprojekt für korruptionsempfindliche Funktionen sein. Personen, die mit besonders wichtigen Funktionen betraut sind, werden von der Nationalen Sicherheitsbehörde überprüft. Antwerpen wird auch über eigene Hafenstaatsanwälte verfügen, die sowohl in Antwerpen als auch in Ostflandern zuständig sein werden.