Belgische Autoren beim 18. „internationalen literaturfestival berlin“

Vom 5. bis zum 15. September 2018 wird zum 18. Mal das größte Berliner Literaturereignis des Jahres stattfinden – das „internationale literaturfestival berlin“ (ilb).  Zu den Teilnehmern gehören die zwei belgischen Autoren Philippe de Pierpont und Eric Lambé, die man zusammen beim 8. Graphic Novel Day am 9. September 2018 von 17 bis 18 Uhr im Haus der Berliner Festspiele (Seitenbühne) erleben kann. 

Autorinnen und Autoren aus aller Welt werden sich dann in Berlin begegnen, sich austauschen sowie für die Hauptstadt erlebbar gemacht. Neben zahlreichen Deutschland- und Weltpremieren wird aktuellen Themen und der ganzen Vielfalt zeitgenössischer Literatur ein Raum bereitet.

Das internationale literaturfestival berlin – kurz: ilb – trägt seinen Anspruch nicht nur prominent im Namen. Im Rahmen des Festivals werden alljährlich im September zeitgenössische Entwicklungen der Prosa, Lyrik, Nonfiction, Graphic Novel und Kinder- und Jugendliteratur aus aller Welt vorgestellt, hochaktuelle politische Themen und wissenschaftliche Diskurse verhandelt sowie aktive Leseförderung und Literaturvermittlung betrieben.

Mit dem Ziel, ein möglichst breites Publikum anzusprechen und auf verschiedene Weise in das Festival einzubeziehen, finden an elf Tagen in Berlin Lesungen, Gespräche, Begegnungen und Workshops statt. Hauptveranstaltungsort ist das Haus der Berliner Festspiele.

Die deutsche Hauptstadt wird während der Festivalzeit zu einem Zentrum und Resonanzraum des internationalen literarischen Lebens. Das internationale literaturfestival berlin sieht sich den Menschenrechten, der Weltoffenheit, der Multiperspektivität, dem Dialog und der Gastfreundschaft verpflichtet.

Zu Gast: 2 belgische Autoren

Der belgische Illustrator und Zeichner Eric Lambé wurde 1966 in Arlon geboren. Nach seinem Kunststudium in Brüssel gründete er Anfang der neunziger Jahre zusammen mit Denis Larue und Alain Corbel die Gruppe Mokka, aus der die gleichnamige Zeitschrift hervorging, 1992 umbenannt in »Pelure Amère«, bis ihr Erscheinen 1994 eingestellt wurde. Lambé veröffentlichte in dieser Zeit auch in anderen belgischen Zeitschriften wie »Frigorevue« oder »Frigobox« auf Französisch, in »Bill« auf Flämisch. Eine größere Sammlung seiner französischsprachigen Comicstrips wurde in seinem ersten Buch »Les jours ouvrables« (1997; Ü: Öffnungszeiten) zusammengefasst.

Philippe de Pierpont, geboren 1955 in Brüssel, widmete sich nach seinem Studium der Kunstgeschichte und der Archäologie sowie Kursen in Theater, Film und Video einem vielfältigen Tätigkeitsspektrum: Er ist Dokumentarfilmer und Spielfilmregisseur, Comic- und Drehbuchautor. In den neunziger Jahren realisierte er ein Dutzend preisgekrönter Dokumentarfilme, die auf zahlreichen Festivals gezeigt wurden. 1999 entstand sein erster Kurzfilm »L’héritier«, der es 2009 in die Auswahl für die Filmfestspiele in Venedig schaffte.

Als Comic-Autor arbeitete er zunächst mit Stefano Ricci (»Tufo«, 1996), Merkeke (»Sablier«, 2000) und schließlich mit Eric Lambé zusammen. Ihre Graphic Novel »Alberto G.« (2003) stellt den Künstler Alberto Giacometti vor: Chronologisch wird seine Suche nach dem perfekten menschlichen Abbild in seinen Figuren mitverfolgt, bis ihm schließlich eine Todesvision die entscheidende Inspiration liefert. Pierpont hat für dieses Buch eine knappe, pointierte Sprache gewählt.

In ihrer jüngsten Graphic Novel »Paysage après la bataille« (2016; Ü: Landschaft nach der Schlacht), für die Pierpont und Lambé auf dem Festival International de la Bande Dessinée d’Angoulême 2017 den Prix du meilleur album erhielten, steht eine gebrochene Frau im Mittelpunkt, die ihr Kind verloren hat.