Brüssel gedachte der Judenrazzien während des Zweiten Weltkriegs

Am frühen Sonntagabend haben rund 400 Personen am Herschel Grynszplanplatz in Brüssel den jüdischen Opfern des Holocaust in ihrer Stadt gedacht. Brüssels Bürgermeister Philippe Close (PS) nannte den Ort symbolisch „Platz des 3. Septembers“. Der  Herschel Grynszplanplatz liebt an der Kreuzung der Spiegelstraat, der Huidevettersstraat und der Brigittinenstraat.

In der Nacht vom 3. auf den 4. September 1942 trieben die Deutschen im Brüsseler Marollenviertel 718 aus dem Ausland gekommene Juden zusammen. Genau ein Jahr später, am 3. September 1943 wurden auch die in der Hauptstadt lebenden belgischen Juden in einer Razzia hier zusammengetrieben.

Brüssels Bürgermeister Philippe Close erinnerte in seiner Ansprache auch an die Tatsache, dass diese Razzien nicht ohne die Hilfe von lokalen Beamten und auch von Politkern aus der Regierung hätten stattfinden können.

Im Rahmen dieses Gedenkens wurde auch an jene 1.742 Belgier erinnert, die vom Holocaust-Institut Yad Vashem als Beschützer von Juden anerkannt wurden. Diese hätten teilweise unter Einsatz ihres Lebens Juden oder jüdische Kinder versteckt. Unter anderem der belgische Nobelpreisträger François Englert (Physiker) erzählte, dass er eines dieser Kinder war, die so der Deportation entgehen konnten.

Ebenfalls im Rahmen dieser Feierstunde wurden rund 50 neue „Stolpersteine“ in der Huidevettersstraat eingeweiht. Ein Konzert des Klarinettisten, Komponisten, Schriftstellers und Musikhistorikers Hélois Azoulay schloss die Gedenkfeier in der Onze-Lieve-Vrouw-ter-Kapellekerk ab.