Sauber und sicher zur Schule in Brüssel und Flandern

Schlechte Luft und Verkehrschaos vor Schulen: Damit soll künftig Schluss sein, zumindest in Flandern und in der Brüsseler Region. Noch mehr so genannte Schulstraßen werden eingerichtet, aus denen zu Beginn und zum Ende eines jeden Schultages möglichst viele Autos verbannt werden sollen. Das diene nicht nur der besseren Luft an den Schultoren, sondern auch der Sicherheit der Schulkinder.

Laut Weltgesundheitsorganisation sterben in Belgien jedes Jahr mindestens 12.000 Menschen vorzeitig an den Folgen von Luftverschmutzung. Aus Untersuchungen der Umweltschutzorganisation Greenpeace ging letztes Schuljahr zudem hervor, dass die Luftqualität in sechs von zehn Schulen hierzulande besorgniserregend bis schlecht sei.

Schulstraßen sollen deshalb künftig zur Standardeinrichtung werden, so die Brüsseler Staatssekretärin für Verkehrssicherheit, Bianca Debaets. Mit der Gründung eines Schulstraßen-Fonds will sie jährlich 1 Mio. Euro zur Einrichtung solcher Straßen zur Verfügung stellen. Mit dem Betrag könnten rund 50 Schulstraßen pro Jahr angelegt werden.

In diesen Straßen haben dann Eltern und ihre Kinder, die zu Fuß oder mit dem Rad zur Schule kommen, Vorrang. Bewohner einer Schulstraße dürfen zwar während dieser Zeit besagte Straße mit dem Auto verlassen, aber nicht hineinfahren. 

Es sind die Gemeinden, die den Antrag zur Einrichtung einer Schulstraße stellen müssen.

Daneben startet die Brüsseler Regierung an diesem Montag auch die Sensibilisierungs-Kampagne "Stellen Sie Ihren Motor ab!". Die Kampagne richtet sich vor allem an Eltern, die mit laufendem Motor vor der Schule auf ihre Kinder warten.

Ab Januar wird außerdem eine Untersuchung zur Luftqualität in 50 Brüsseler Schulen unter dem Namen ExpAir durchgeführt.

Sicher mit dem Rad zur Schule, auch in Flandern

Flandern will ebenfalls für mehr Sicherheit vor den Schultoren sorgen. Wenn ein künftiges Gemeinderatsmitglied einen konkreten Beitrag zur Investition in das schulische Umfeld vorsieht, steuert Flandern die gleiche Summe hinzu. Damit wird "Sicherheit und Luftqualität" auch zum Thema der Gemeinderatswahlen, denn die finanzielle Spritze macht es für Parteien interessanter, Vorschläge auf den Tisch zu legen.

Noch zu viele Eltern trauten sich nicht, ihr Kind mit dem Fahrrad zur Schule zu schicken, weil sie vor dem Chaos auf den Straßen vor den Schulen Angst hätten, sagte der flämische Verkehrsminister Ben Weyts noch im Juni, als er 20 Mio. Euro für ein sichereres Schulumfeld zur Verfügung stellte. Doch auch nach den Gemeinderatswahlen will Flandern das Thema hochhalten. Flanderns Umweltministerin Joke Schauvliege betonte bereits, dass sie 2019 Vorschläge für Projekte in Zusammenhang mit Schulstraßen bezuschussen werde.