Sozialistische Gewerkschaft bestreikt Schleusen am Albertkanal

Seit 22 Uhr am Sonntagabend sind gleich mehrere Schleusen am Albertkanal blockiert. Die sozialistische Gewerkschaft ACOD protestiert mit diesen Blockaden, die im Laufe des Montags noch ausgeweitet werden sollen, gegen die Maßnahmen zur Reform des Beamtenstatuts durch die flämische Landesregierung. 

Um 22 Uhr am Sonntagabend schlossen ACOD-Militante die Schleusen von Wijnegem, Hasselt und Diepenbeek am Albertkanal. Am Morgen wurden flandernweit weitere Schleusen auf den Binnenwasserwegen blockiert und zwar zunächst die in Evergem, Oudenaarde und Ham. Spätestens am Montagnachmittag sollen auch Schleusen rund um Brügge auf dem Weg nach Zeebrügge bestreikt werden.

Das bedeutet, dass die Binnenschifffahrt in Flandern mehr oder weniger zum Erliegen kommt. Grund für diese Aktion der sozialistischen Gewerkschaft ACOD sind die Maßnahmen zur Reform des Beamtenstatuts durch Landesinnenministerin Lisbeth Homans (N-VA), die u.a. die Gehälter von Beamten im Krankheitsfall schneller sinken lassen will und das Vorhaben, die Ernennung von Beamten deutlich zu erschweren.

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Für die ACOD ist dies „ein Angriff auf das Beamtenwesen“. Die Gewerkschaft will der flämischen Landesregierung am Dienstag Vorschläge unterbreiten, wie man zugunsten der Beamten im Bereich des Schleusen- und Lotsenwesens vorgehen könnte. Offenbar, so ein ACOD-Sprecher, trifft sich die Innenministerin am Dienstag zu einem Gespräch mit Landesverkehrsminister Ben Weyts (ebenfalls N-VA).

Eigentlich waren diesbezüglich für den 24. September Gespräche zwischen den Beamtengewerkschaften und der Landesregierung geplant. Doch dieser Streik ist auch eine Reaktion darauf, dass man von den konkreten Plänen der flämischen Regierung aus der Presse erfahren musste, so ein ACOD-Sprecher. Warnstreiks gegen die Beamtenreform in Flandern laufen bei den Schleusenwärtern und den Lotsen in der Binnenschifffahrt allerdings bereits seit Juni.