21 Personen bei Aktion gegen Menschenschmuggler festgenommen

In der Nacht zum Mittwoch hat die Polizei erneut eine großangelegte Aktion gegen Schleuser und Transmigranten durchgeführt. Ort der Aktion war die Autobahnraststätte Kruibeke in Ostflandern an der E40. Insgesamt wurden dabei 21 Personen festgenommen. Unter den Beobachtern der Aktion waren auch Kamerateams aus unserer Redaktion VRT NWS und der BBC.

Die Kontrolle am Autobahnparkplatz Kruibeke war eine koordinierte Aktion der Bundes- und der Lokalpolizei. Daran nahmen auch die Bundesstaatsanwaltschaft und Jan Briers, der Gouverneur der Provinz Ostflandern teil. Beobachtet wurde das Ganze auch von Journalisten von VRT NWS und der BBC aus London.

Hintergrund der Aktion war auch die Tatsache, dass die Provinz Westflandern nach einer Schießerei zwischen Transmigranten und Schleusern in Jabbeke alle LKW-Parkings für mindestens drei Monate in der Nacht schließt. Deshalb weichen die Menschenschmuggler rasch vermehrt nach Ostflandern aus. Täglich versuchen unzählige Transmigranten in Ladeflächen von Lastwagen auf eine Fähre in Richtung Großbritannien zu gelangen.

Trotz zeitweiliger nächtlicher Schließung von Rastplätzen oder des Einsatzes von privaten Sicherheitsunternehmen sowie sehr häufiger Kontrollen ist dieses Problem nicht zu lösen. Für viele sogenannte Transmigranten, die in der EU ausdrücklich nicht um Asyl bitten, gelten die britischen Inseln als das Land, in dem Milch und Honig fließen…

21 Flüchtlinge aus zumeist Eritrea

Bei den jetzt festgenommenen Transmigranten handelte es sich in erster Linie um Eritreer und um einige Iraner. Sie wurden festgenommen und den Ausländerbehörden überstellt, doch diese werden mit einem Befehl, Belgien umgehend zu verlassen, nach wenigen Tagen wieder freigelassen. Zumeist versuchen sie dann wieder, per LKW illegal in Großbritannien einzureisen…

Für die Polizisten vor Ort ist besonders frustrierend, dass sie häufig auf die gleichen „Kunden“ stoßen, die wieder und wieder einen Versuch starten, nach England zu gelangen. Belgiens Innenminister Jan Jambon (N-VA) sagte dazu, es sei nicht die Kernaufgabe der Polizei, sich mit Transmigranten zu beschäftigen, sondern Ziel sei, die Hintermänner, die Schleuser und deren Strukturen zu finden und aufzudecken. 

Lösung in Großbritannien?

Inzwischen denken alle Beteiligten in Belgien, dass ein Teil der Lösung in Großbritannien liegt. Solange die britischen Behörden illegalen Migranten ermöglichen, dort unterzutauchen, müsse Belgien mit dem Problem alleine fertig werden.

Dies bestätigten letztendlich auch die Kollegen der BBC, die angaben, dass die britische Regierung dies nicht als ein großes Problem betrachte, schließlich handele es sich dabei „nur um ein paar hundert Menschen.“

Innenminister Jambon kritisierte in diesem Zusammenhang den Umstand, dass man in Großbritannien „auch ohne legal im Land sein zu müssen, seinen Platz in der regulären Wirtschaft finden kann. Solange das so ist, bleibt der Druck hoch, dahin zu wollen.“