Keine Streiks mehr: Lotsen einigen sich mit Flanderns Regierung

Anfang der Woche sollte eine ganze Reihe von Warnstreiks bei den der Lotsen in der Schifffahrt im belgischen Bundesland Flandern beginnen. Weitere Aktionen werden aber abgesagt, denn die Gewerkschaften haben bei Ben Weyts (N-VA), Landesminister für Verkehr und öffentliche Arbeiten, eine Einigung erzielen können. Doch das Problem der streikenden Schleusenwärter entlang der flämischen Kanäle ist weiter ungelöst.

Bei den Mitarbeitern der Lotsendienste auf den belgischen Wasserwegen, also nicht nur in der Binnenschifffahrt, lag einiges im Argen und auch bei den Schleusenwärtern musste einiges zur Sprache gebracht werden. Die Lotsen fordern bereits seit längerem einen ihrer Arbeit besser entsprechenden Lohn, eine deutlichere Regelung bei Arbeitsunfällen und für den Krankheitsfall. Die Hauptaufgabe der Lotsen ist die Begleitung von Hochseefrachtern über die Schelde und über den Kanal Gent-Terneuzen in Richtung der im Inland liegenden Seehäfen von Antwerpen und Gent.

Landesminister Weyts zeigte Verständnis für die Lotsen und zog die bisherige Regelung zu Arbeitsunfällen ein, denn diese erweist sich als Nachteilig für die Betroffenen. In Sachen Krankheitsfall werden die Probleme in naher Zukunft mit allen Beteiligten weiter besprochen. Nicht zuletzt sagte Weyts Investitionen in die Modernisierung und die Digitalisierung des Lotsenwesens in Flandern zu.

Im Nachhinein sagte Weyts gegenüber VRT NWS: „Es ist essentiell, dass wir keine Streiks und andere Aktionen in den flämischen Häfen haben, denn diese sind doch die wirtschaftlichen Tore für die flämische Ökonomie und damit von unschätzbarem Wert.“ Mit der Tatsache, dass weitere Streiks abgewendet werden konnten, könne die Dienstleistung der Häfen, die zur Weltspitze gehören würden, garantiert bleiben.

Kanalschleusen bleiben weiter blockiert

Bleibt nur noch ein Problem: die Schleusenwärter. Diese sorgen für die freie Zufahrt der Binnenschiffe über die flämischen Kanäle in Richtung der Seehäfen oder der Industriezonen im Land. Und hier droht ein politisches Problem. Die sozialistische Beamtengewerkschaft ACOD hatte bereits am Montag einige Schleusen blockiert.

Grund dafür ist ein Sozialkonflikt, der sich gegen Flanderns Innenministerin Lisbeth Homans (N-VA) richtet, die u.a. die Gehälter von Beamten im Krankheitsfall schneller sinken lassen will und die vor hat, die Ernennung von Beamten deutlich zu erschweren. Dies, so die ACOD, sei ein Angriff auf das Beamtenwesen.

Inzwischen sind rund 200 Binnenschiffe aus ganz Europa von den Blockaden der flämischen Schleusenwärter betroffen, wie die Wirtschaftszeitung De Tijd auf ihrer Webseite meldet.