Premiere in Belgien: Lüttich eröffnet eine (illegale) Fixerstube

In Lüttich ist am Mittwoch eine Fixerstube eröffnet worden, ein Raum, in dem Süchtige auf eine sichere Art und Weise unter medizinischer Begleitung Drogen konsumieren können. Die Sache könnte einen Haken haben: Solche Einrichtungen sind in Belgien eigentlich verboten, doch Lüttich kann hierbei offenbar von einer Duldung durch die Justiz ausgehen.

Die Stadt Lüttich hat sich diesen Drogenraum rund 1 Mio. € kosten lassen. Die Fixerstube liegt in der Nähe des Kathedralen-Viertels im Norden des Lütticher Stadtzentrums.

Ziel dieser Einrichtung ist in erster Linie extrem drogensüchtige Menschen von der Straße wegzuholen und ihnen eine Perspektive in Richtung Ausweg geben zu können. Sie werden dort aber nicht zu Entzug gezwungen, denn so etwas hält nicht wenige Fixer davon ab, solche Einrichtungen aufzusuchen.

Vor allem langjährige Drogensüchtige, die zumeist auch Obdachlos sind, sollen hierher kommen, um ihre Drogen, z.B. Heroin, sauber nehmen zu können, d.h. ohne Gefahr zu laufen, sich über gebrauchte Spritzen mit Hepatitis oder HIV zu infizieren.

Zu erwähnen ist allerdings, dass die Süchtigen ihre Drogen weiter selbst organisieren. Das Heroin wird in der Lütticher Fixerstube nicht ärztlich verschrieben, sondern nur unter medizinischer Beobachtung eingenommen.

Statistiken zu solchen Fixerstuben auch aus dem Ausland belegen, dass solche Einrichtungen sehr oft positiven Einfluss auf die Süchtigen haben, denn alleine schon die Tatsache, dass sich jemand im sie kümmert, hilft dabei, Auswege zu suchen und zu finden. Dies sagen mittlerweile auch Kriminologen.

Inzwischen beobachten auch andere Städte in Belgien, was in Lüttich passieren wird. Brüssel, Charleroi und Gent sind interessiert, hoffen jedoch, dass die Einrichtung solcher Räume gesetzlich geregelt wird, also nicht illegal ist und nur geduldet wird.