Schadhaftes Stuckwerk: Im Brüsseler Justizpalast ist die Decke eingestürzt

Im altehrwürdigen und in Dauerrenovierung befindlichen ständig eingerüsteten Justizpalast in Brüssel ist in der Nacht zum Mittwoch im Büro der Gerichtsschreiber des Kassationshofes der Stuck des Plafonds eingestürzt und heruntergefallen. Dabei wurde niemand verletzt. Das riesige ist in einem schlechten Zustand und wird seit Jahren renoviert. 

In der Nacht zum Mittwoch sind Teile des Stuckplafonds im Büro der Gerichtsschreiber des Kassationshofes heruntergefallen und haben dort einige Schreibtische unter sich begraben. Dabei wurde niemand verletzt, weil zu nächtlicher Stunde in diesem Büro in der ersten Etage des Gebäudes niemand arbeitete. Offenbar hatte der Stuck der Decke in diesem Bereich einem Wassereinbruch nicht mehr standgehalten und stürzte herab.

Dort, wo die Decke herunterstürzte, werden eigentlich Strafakten aufbewahrt, doch diese sollen nicht in Mitleidenschaft gezogen worden sein. Das der Justizpalast in Brüssel nicht mehr in allerbestem Zustand ist, ist nichts neues. Diese und ähnliche Probleme häufen sich in letzter Zeit aber wieder.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

So wurden am vergangenen Montag zwei Personen leicht verletzt, als einige Regale in den Räumen der niederländisch-sprachigen Gerichtsschreiber (in Belgien Greffiers genannt) umgefallen waren. Auch dort werden Akten und Dossiers archiviert. Aus Vorsicht wurden diese Räume geschlossen, wie auch die Büros der frankophonen Greffiers in unmittelbarer Nähe.

Ironischer Weise veröffentlichte die Brüsseler Nachrichtenplattform BRUZZ in ihrer am Mittwoch erschienenen Gratiszeitung einen Beitrag unter dem Titel „Renovierung ohne Ende - Die unmögliche Restaurierung des Justizpalastes“ in dem der Architekt Johan Van Dessel kurz und knapp sagt: „Wenn wir dieses Gebäude weiter verkommen lassen, dann stürzt es ein.“