Rechtsradikalismus: Vorsitzender von „Schild & Vrienden“ fliegt von der Genter Uni

Nach Ansicht von Rik Van de Walle (Foto rechts), Rektor der Universität von Gent (UGent), ist für den Vorsitzenden der rechtsradikalen flämischen Bewegung „Schild & Vrienden“ kein Platz mehr in seinem Haus. Van de Walle wird gegen Dries Van Langenhove (Foto links) ein Disziplinarverfahren einleiten und verwehrt dem Jurastudenten ab sofort den Zugang zu allen Unigebäuden. Eine Reportage unseres Hauses VRT hatte am Mittwochabend belegt, dass „Schild & Vrienden“ bei weitem kein braver flämischer Studentenclub ist, sondern ein knallharter rassistischer und antisemitischer Verbund.

UGent-Rektor Rik Van de Walle war geschockt, nach dem er die „Pano“-Reportage über „Schild & Vrienden“ am Mittwoch im VRT-Fernsehen gesehen hatte: „Als Rektor, als UGenter, als Vater und als Mensch bin ich schockiert. Ich möchte meine Verantwortung übernehmen und starte ein Verfahren, um Dries Van Langenhove aus der UGent auszuschließen. Ich will hier klar und deutlich sein. An unserer Universität ist kein Platz mehr für ihn. Konkret bedeutet das, dass seine Einschreibung aufgehoben wird und das ihm der Zugang zu allen Gebäuden untersagt wird.“  

„Als Rektor, als UGenter, als Vater und als Mensch bin ich schockiert. "

UGent-Rektor Rik Van de Walle

Mit der „Pano“-Reportage sei eine wichtige Grenze überschritten worden, so der Rektor: „Die Denkweise von „Schild & Vrienden“ überschreitet eine Grenze, weil sie zu Antisemitismus, zu Rassismus, zu Sexismus, zum Waffengebrauch und zu Gewalt anstachelt. Das ist nicht nur strafbar, sondern überschreitet auch eine moralische Grenze. Heute werden sich die Türen der UGent für Dries Van Langenhove schließen.“

VRT-Reportage bringt einiges ins Rollen

Die „Pano“-Reportage bei VRT NWS hatte die Recherchearbeit von anderthalb Jahren bei „Schild & Vrienden“ gezeigt und bewiesen, dass dieser nach eigenen Angaben „rechts-konservative flämische Jugendverein“ in Wirklichkeit ein rechtsradikaler und zutiefst rassistischer und straff organisierter Verbund ist, der z.B. den Identitären Bewegungen in Europa zuzuordnen ist. Eine interne Gruppe von rund 190 Getreuen hatte in einer eigenen verborgenen Chatgruppe rund 67.000 bedenkliche Memes, Filme, Fotomontagen und Kommentare veröffentlicht, die die VRT-„Pano“-Redaktion auswerten konnte.

Inzwischen haben alle demokratischen Parteien in Flandern die Vorgehensweise von „Schild & Vrienden“ scharf kritisiert. Bei „Schild & Vrienden“ aktive Personen, die bei den flämischen Nationaldemokraten N-VA auf Wahllisten zur Kommunalwahl am 14 Oktober standen, zogen ihre Kandidaturen zurück. Inzwischen hat die Bundesstaatsanwaltschaft ein Verfahren gegen die rechtsradikale Vereinigung eingeleitet und auch der Staatsschutz ist tätig geworden. Hier ist man schon vor längerer Zeit auf die Umtriebe von „Schild & Vrienden“ aufmerksam geworden.