RTBF-Wetterfrau klagt über Rassismus in Belgien: "Ich kann nicht mehr! Das muss aufhören!"

Cécile Djunga, die Wetterfrau des französischsprachigen öffentlich-rechtlichen Senders RTBF, postete am gestrigen Mittwoch ein Video auf Facebook, in dem sie sich emotional zu den vielen rassistischen Bemerkungen, die sie immer wieder erhält, äußert. “Viele Menschen in Belgien denken, dass es Rassismus in Belgien nicht gibt, aber das stimmt nicht”, sagt Djunga.

Anlass der persönlichen, emotionalen Videobotschaft war ein Telefonanruf einer Frau, die sich direkt an Célia Djunga gewandt hatte.  "Gestern hat mich eine Frau an meinem Arbeitsplatz beim Wetterdienst angerufen, um mir mitzuteilen, dass ich zu schwarz für den Bildschirm sei und sie deshalb nichts auf dem Schirm erkennen könne. Dass sie nur meine Kleider sehe und dass ich nicht TV-geeignet sei“, erzählt die Wetterfrau in ihrem Video.

Djunga hat schon viele solcher Botschaften erhalten und wird ständig mit rassistischen Bemerkungen konfrontiert und beleidigt. Sie mache ihren Job als Wetterfrau bei dem Sender nun seit einem Jahr und sei die rassistischen Beleidigungen satt, so Djunga. Sie fange an, sich darüber so richtig zu ärgern und langsam könne sie auch nicht mehr. Sie sei doch auch nur ein Mensch und wolle Beleidigungen wie die, dass sie in ihr Land heimkehren solle, nicht mehr hinnehmen. "Ich bin in Belgien zu Hause", sagt sie.  "Wenn jemand mein Gesicht im Fernsehen nicht sehen will, soll er doch einfach umschalten.“

Sie weist darauf hin, dass man in Belgien in einer offenen Gesellschaft lebe: "Wir werden ihnen zeigen, dass wir in einem offenen Belgien leben."

"Ich habe nun sprechen können, viele andere konnten das nicht", betonte Djunga als sie nach ihrem Post von der RTBF angerufen wurde, um über ihre Erfahrungen zu reden. "Viele Menschen erzählen mir jetzt ähnliche Erlebnisse. Ich habe das Gefühl, es tut sich etwas. Das freut mich."

Die Belästigung in den sozialen Medien muss aufhören

Weiter betont sie in dem Video: "Wir sind nicht mehr in den 70er Jahren. Ich hätte nie gedacht, dass man in Belgien solche Dinge erleben muss. Seit einem Jahr erhalte ich Botschaften voller Beschimpfungen. Ich kann nicht mehr. Das muss aufhören."

"Es gibt Leute, die weniger stark sind als ich. Wenn man Dich belästigt, komm zu mir und sage es mir (...) ich will so etwas nicht ungestraft lassen. Ich habe genug. Ich will jetzt meinen Mund aufmachen und mich nicht mehr verstecken oder so tun, als wäre alles in Ordnung, als lebten wir in einem Land, in dem alle Leute offen sind. Das ist ganz und gar nicht der Fall."

"Ich werde Ihnen die Dummheiten zeigen, die mir zugesandt werden. Das ist erschütternd."

Die RTBF hat noch am gleichen Abend in einem Tweet beteuert, dass der Sender Cécile Djunga voll und ganz unterstütze.

Stopp dem Rassismus!

Mehrere rassistische Vorfälle und der Erfahungsbericht von Cécile Djunga haben belgische Politiker mit ausländischen Wurzeln nun dazu veranlasst, am morgigen Freitag zu einer Pressekonferenz in den Press Club in Brüssel zu  laden. Sie wollen gemeinsam ein Zeichen setzen und NEIN zu Rassismus sagen.

Man müsse aufhören, die Taten zu minimalisieren, heißt es in der Einladung. Die Politiker fordern Nulltoleranz für Rassismus.