Jonas Roosens

Kein Camping mehr vor Schulen: Flandern hat neue Einschreibungsregelungen

Die flämische Landesregierung hat sich auf eine einheitliche Regelung für die Einschreibung in Grund- und Mittelschulen einigen können. Der bislang für chaotische Situationen sorgende Kapazitätsproblematik wird in Zukunft mit einer digitalen Herangehensweise ein Ende bereitet. Mit einem neuen Maßnahmenpaket will die Landesregierung vermeiden, dass Eltern wie früher oft erlebt tagelang vor einer Schule kampieren (Archivfoto), um ihre Kinder dort zeitig einschreiben zu können. 

Die Bilder von vor Schulen kampierenden Eltern in Flandern sorgten Jahr für Jahr für Schlagzeilen und sind der Beweis dafür gewesen, dass im hiesigen Bildungswesen ein deutlicher Mangel an Kapazitäten in den Grund- und Mittelschulen vorherrschte.

Natürlich versuchten die Eltern ihre Kinder in die für sie bestmögliche Schule einzuschreiben oder zumindest in Schulen anmelden zu können, die in der Nähe des Wohnortes waren. Das soll jetzt auf diesem Wege ein Ende haben.

Ab sofort können Kinder in Schulen, die bekannt dafür sind, nur über eine eingeschränkte Anzahl an Plätzen zu verfügen, nur noch digital eingeschrieben werden. Und in den niederländisch-sprachigen Schulen in Brüssel sowie in Antwerpen und Gent muss die Anmeldung an allen Schulen auf digitalem Wege vorgenommen werden. 

„König Zufall“ und die Lostrommel entscheiden

Das zentrale Anmeldungssystem im flämischen Schulwesen sieht zudem vor, dass alle Anmeldungen an nur einem Tag erfolgen können. Das wird für das kommende Schuljahr im Grundschulwesen der 1. März 2019 sein und in den Mittelschulen der 1. April 2019. Die abschließenden Einschreibungen finden danach am 6. Mai 2019 respektive am 29. Mai 2019 statt.

Dies garantiert natürlich nicht, dass alle Kinder an die Wunschschule ihrer Eltern gehen können und überdies wird der Zufall über den sozialen Mix entscheiden. Das Vorhaben, in den Grund- und Mittelschulen in Brüssel und Flandern eine ausgeglichene Mischung von Schulkindern aus allen sozialen Schichten zu erreichen, mag als gescheitert angesehen werden.

Ab sofort entscheidet quasi nur noch das Los-Verfahren. Ob dies für weniger Klagen sorgen kann, sei dahingestellt. Viele können sich schon jetzt nicht wirklich vorstellen, dass „König Zufall“ die Gemüter von entschlossenen Eltern tatsächlich beruhigen wird.