Proteste gegen den Abriss einer Kohlenwäsche der ehemaligen Zeche von Beringen

In Beringen in der Provinz Limburg, im Umfeld des dortigen Bergbaumuseums auf dem Gelände der ehemaligen Zeche, soll eine der insgesamt vier Kohlenwäschen abgerissen werden, um Platz für ein Immobilienprojekt zu machen. Dagegen regt sich Protest von Seiten der Denkmalschützer. 

Projektentwickler be-Mine hat auf dem Gelände der Kohlenwäsche 1 der Zeche Beringen viel vor, doch ausgerechnet diese Kohlenwäsche steht unter Denkmalschutz. Be-Mine hat jetzt ein Verfahren eingeleitet, diesen Denkmalschutz aufheben zu lassen und kann dabei auch auf Teile der lokalen Politik zählen.

Allerdings haben verschiedene Organisationen, die sich mit Denkmalschutz befassen, bzw. die sich um solche Objekte kümmern, ein Problem damit und fechten ihrerseits dieses Verfahren an.

Vor kurzem erst erteilte die Provinz Limburg be-Mine die Abrissgenehmigung für die Kohlenwäsche 1, trotz Denkmalschutz. Die Provinz argumentierte mit der Tatsache, dass es zu teuer sei, alle vier zugegeben enorm großen Kohlenwaschanlagen der ehemaligen Zeche in Beringen zu restaurieren und zu unterhalten.

„Was ist teuer? Ich habe noch keine einzige Studie gelesen, in der eine echte Berechnung einer Restaurierung aufgestellt wurde.“

Denkmalschützer Paul Boutsen

Dem wiederspricht Paul Boutsen von der flämischen Denkmalschutzvereinigung vzw Het Vervolg gegenüber dem VRT-Regionalsender Radio 2 Limburg: „Was ist teuer? Ich habe noch keine einzige Studie gelesen, in der eine echte Berechnung einer Restaurierung aufgestellt wurde. Und ich habe noch keine einzige Studie in Zusammenhang mit einer eventuellen anderen Nutzung dafür gesehen.“

Es könne nicht sein, so Boutsen weiter, dass ein Gebäude, das zudem von der EU-Denkmalschutzbehörde „Cosa Nostra“ als besonders schützenswert erachtet wird (siehe nebenstehenden Beitrag), abgerissen werden soll:

„Dazu sind 1994 deutliche Absprachen getroffen worden. Die Kohlenmine von Beringen ist vollständig geschützt, damit zumindest eine komplette Anlage (in Flandern bzw. in Limburg (A.d.R.)) erhalten werden kann. Und bei den anderen Zechengeländen in Limburg sollen demnach nur die markantesten Gebäude stehen bleiben. Und jetzt nimmt man dies zurück.“