Verstärkte Präsenz in Afrika: Belgien eröffnet Botschaft in Benin

In der kommenden Woche begibt sich Belgiens Außenminister Didier Reynders (MR - Archivfoto) auf eine Rundreise durch einige afrikanische Staaten. Ziel ist, die belgische Diplomatie auf dem afrikanischen Kontinent zu verstärken, denn in seinen ehemaligen Kolonien verliert Belgien nach und nach an Einfluss. Höhepunkt dieser Reise ist wohl die offizielle Eröffnung der belgischen Botschaft in Benins wirtschaftlicher Hauptstadt Cotonu. 

Außenminister Reynders wird in der kommenden Woche Benin, Südafrika, Angola und Kongo-Brazzaville besuchen. In der dortigen Hauptstadt Pointe-Noire wird seine Rundreise abgerundet und zwar mit der Eröffnung eines diplomatischen Büros. Vorher wird aber die belgische Botschaft in Benin offiziell eröffnet. Dort ist Botschafter Xavier Leblanc zwar bereits seit Anfang September im Amt, doch eine solche Einrichtung verlangt auch nach einer feierlichen Eröffnung. Schließlich geht es Belgien auch und gerade in Afrika um Sichtbarkeit.

Die belgische Botschaft in Benin übernimmt auch die Vertretung von Togo, für die bisher die hiesige Botschaft in Nigeria tätig war, doch dieses bevölkerungsreichste Land Afrikas braucht eine Botschaft, die sich darauf fokussieren kann, wie aus dem belgischen Außenamt in Brüssel dazu verlautete. Diese Botschaft wird übrigens im wirtschaftlichen und politischen Zentrum Benins in Cotonou eröffnet und nicht in der eigentlichen Hauptstadt Porto Novo, wo das Parlament seinen Sitz hat.

„Wir müssen und kreativ zeigen, denn wir verfügen nicht über unbegrenzte Mittel.“

Außenminister Didier Reynders

Apropos Sichtbarkeit. Belgien mag aus Spargründen zwar einige Botschaften oder Konsulate vor allem in Europa geschlossen haben, „das bedeutet aber nicht, dass wir unsere Belange nicht vertreten und unsere Anwesenheit an bestimmten Orten nicht verstärken können.“, so Außenminister Reynders.

„Wir müssen und kreativ zeigen, denn wir verfügen nicht über unbegrenzte Mittel.“, so Reynders weiter. Als Beispiel führte er die diplomatische Zusammenarbeit mit den Niederlanden an, denn in einigen Ländern wurden gemeinsame Vertretungen initiiert. Zudem, so das Außenamt, würde die Umwandlung einer diplomatischen Vertretung in eine Botschaft nur wenige Kosten verursachen. Belgien will in Afrika weiter Flagge zeigen, auch und gerade, weil es dort wirtschaftliche und politische Interessen zu vertreten gilt. Die ehemalige Kolonialmacht Belgien verliert zunehmend an Einfluss auf dem afrikanischen Kontinent - nicht zuletzt, weil sich China dort gerade in großem Maße einkauft.