In Belgien hat 1 Erwachsener auf 10 Schwierigkeiten mit dem Lesen und Schreiben

An diesem 8. September ist wieder Weltalphabetisierungstag. Aus diesem Anlass hat die französischsprachige Vereinigung "Lire et écrire" ("Lesen und Schreiben") eine Kampagne ins Leben gerufen, die auf den immer noch existierenden Analphabetismus in der Föderation Wallonie-Brüssel aufmerksam machen soll.

So hat einer von zehn Erwachsenen in Belgien Schwierigkeiten mit dem Lesen und Schreiben. Diese Schlüsselzahl ist schockierend und zeigt, dass  man es nicht geschafft hat, das Niveau eines Teils der Bevölkerung, ob aus Familien mit Immigrationshintergrund oder aus belgischen Familien, so anzuheben, dass zumindest Grundlagen, die dem Grundschulabschluss entsprechen (in Belgien geht die Grundschule bis zum Ende der 6. Klasse), beherrscht werden, heißt es von Seiten der Vereinigung. Und das, obwohl wir in einem Land leben, in dem der Schulbesuch Pflicht ist.

Im Zuge der Kampagne wird eine nicht lesbare Botschaft über verschiedene Kanäle und Mittel verteilt. So werden Tischsets mit der Botschaft in Restaurants und bei Kulturveranstaltungen verteilt, um die Bevölkerung und Politiker mit dieser Realität zu konfrontieren. Die Kampagne weist auch darauf hin, dass Lösungen für die Betroffenen möglich sind.

Die Kampagne trägt den Titel „Einer von zehn“ und soll bis zu den Kommunalwahlen am 14. Oktober geführt werden. Laut Angaben von Unesco gibt es rund 758 Millionen erwachsene Analpha­beten in der Welt, darunter sind zwei Drittel Frauen.