Belga

1.600 Personen demonstrierten in Brüssel für das Recht zum freiwilligen Schwangerschaftsabbruch

Polizeiangaben zufolge haben an diesem Sonntagnachmittag mindestens 1.600 Personen in Brüssel für das Recht zur Abtreibung demonstriert. Sie fordern eine vollständige Straffreiheit für Schwangerschaftsabbrüche.

"Wir verlangen, dass eine schwangere Frau selbst und frei entscheiden kann, ob sie die Schwangerschaft fortsetzen will oder nicht", hieß es bei den Demonstranten. "Das Gesetz muss das Recht jeder Frau zur Entscheidung, ob sie Kinder wolle oder nicht, wann und mit wem sie diese wolle, anerkennen."

In Belgien wird Abtreibung noch immer als ein Delikt betrachtet und nur unter strengen Auflagen toleriert.

Das belgische Parlament wird sich schon bald über einen Gesetzesvorschlag beugen müssen, der von den Mehrheitsparteien vorgelegt worden ist.

Danach würde die freiwillige Unterbrechung der Schwangerschaft bis zu 12 Wochen nach der Empfängnis möglich bleiben. Die Bedenkzeit von sechs Tagen würde aufrecht erhalten, außer im medizinischen Notfall. Nach den 12 Wochen könnte eine Schwangerschaft nur unter bestimmten Bedingungen unterbrochen werden: wenn die Gesundheit der Mutter gefährdet oder wenn nachgewiesen ist, dass der Embryo eine unheilbare Krankheit hat.

"Dieser Gesetzesvorschlag wird wie Straffreiheit präsentiert, ändert aber gar nichts ", kritisierten die Demonstranten. "Man wird weiterhin die Frauen wie Kriminelle behandeln und paternalistische Werte aus einer anderen Zeit bleiben bestehen. Wir fordern eine Verlängerung des Zeitraumes, in dem eine Abtreibung erlaubt ist und vor allem eine echte Straffreiheit. In Frankreich und Luxemburg ist der freiwillige Schwangerschaftsabbruch bereits ein Recht. Das sollte bei uns auch möglich sein. Die Frauen in unserem Land sind vollwertige Bürgerinnen, sie haben das Recht, selbst zu entscheiden, ob sie eine Schwangerschaft fortsetzen wollen oder nicht."

Einige Demonstranten trugen Hexenhüte und bezogen sich dabei auf Hebammen aus dem Mittelalter, die bereits Abbrüche praktizierten.