Brüssel: Rund 200 Menschen demonstrieren gegen Rassismus

Rund 200 Menschen sind am Sonntagvormittag in Brüssel gegen Hass, Rassismus und Islamophobie auf die Straße gegangen. Sie versammelten sich auf dem Brüsseler Poelaertplein. Das Kollektiv gegen Islamophobie in Belgien (CCIB) hatte zu dieser Demonstration unter dem Motto 'Trop is teveel' (dt.: „zu viel ist zu viel“) aufgerufen. 

"Wir haben in den vergangenen Monaten eine explosionsartige Zahl islamophobischer und rassistischer Aggressionen gesehen", betont der CCIB-Vorsitzende Mustapha Chairi. "Und unsere Regierung unternimmt nichts dagegen."

Die Kundgebung ist Teil einer Brüsseler Aktionswoche, die die Gruppe bereits am Freitag ausgerufen hatte: "Das ist eine der Aktionen, die wir in dieser Woche, unserer ersten Brüsseler Aktionswoche gegen Hass und Rassismus, durchführen", sagt der CCIB-Präsident. "Wir veranstalten an fünf Orten in Brüssel, die eine Rolle im Kampf gegen Rassismus spielen, Versammlungen und Konferenzen. Heute machen wir das vor dem Justizpalast, denn an welchem anderen Ort als bei der Justiz sollen sich die Bürger, die Opfer von Hass und Rassismus sind, Hilfe holen?"

'Trop is teveel' ist nicht zufällig als Motto für die Demonstration ausgesucht worden, erklärt Mustapha Chairi: "Rassismus, von dem die RTBF-Wetterfrau Cécile Djunga Opfer geworden ist, ist nur ein Beispiel für die vielen rassistischen und islamophoben Aggressionen, die in den vergangenen Monaten stattgefunden haben. In den letzten Monaten haben die Aggressionen explosionsartig zugenommen oder zumindest wurden sie viel zahlreicher veröffentlicht. Es ist gut, dass jemand wie Frau Djunga das öffentlich gemacht hat, so dass sich andere Opfer, die nicht zu Wort kommen, darin wiederfinden können und auch die Unterstützung sehen, die Frau Djunga erhält."

"Unterstützung, die von Seiten der Regierung ausgeblieben ist", so der CCIB-Vorsitzende weiter. Chairi kritisiert die Politik der Regierung Michel, der er Untätigkeit und Gleichgültigkeit gegenüber Rassismus vorwirft: "Die Minister der verschiedenen Regierungen hüllen sich in Schweigen.“ Schon seit Jahren werde ein interföderaler Anti-Rassismus- und Diskriminierungsplan versprochen, aber noch immer gebe es keinen solchen Plan.