"Belgien soll zum Eldorado für strategische Investitionen werden"

Bis 2030 sind ungefähr 150 Milliarden Euro an Investitionen in Belgien nötig. Das sagen mehrere Spitzenmanager aus der Wirtschaft. Die belgische Regierung hatte sie gebeten, einen Bericht zu verfassen, der als Vorlage für ein großes Investitionspaket dienen soll.

Ein strategisches Komitee listet sechs Schlüsselbereiche auf, in die investiert werden soll: Dazu gehören vor allem nachhaltige Energie, digitale Zukunft und eine bessere Mobilität, außerdem ein gutes Unterrichtswesen, ein modernes Gesundheitswesen und ein sicheres Internet.

Mit einem Investitionspakt soll neues Wachstum und Wohlfahrt geschaffen werden, heißt es beim strategischen Komitee. Insgesamt handelt es sich um einen Investitionsbetrag in Höhe von 150 Milliarden Euro. Ein Großteil (55%) soll aus der Privatwirtschaft kommen und der Rest aus den öffentlichen Kassen, das heißt aus den Haushalten der verschiedenen Einheiten des Landes. Doch damit der Pakt eine Chance hat, ist es wichtig, dass alle an einem Strang ziehen, also dass auch die verschiedenen Regierungen in Belgien mitmachen.

Vom 5G-Netz bis zur RER

Konkret soll beispielsweise in den nächsten Jahren das 5G-Netz auf den Weg gebracht werden.

Außerdem will man den öffentlichen Personennahverkehr ausbauen, zum Beispiel die Regionalbahn RER. Daneben sollen zahlreiche mittelgroße Bahnhöfe wieder in den Fahrplan der belgischen Bahn NMBS aufgenommen werden.

Es sei ein ehrgeiziger Plan, gibt Premierminister Charles Michel zu. Wichtig sei in diesem Zusammenhang vor allem eine enge Zusammenarbeit mit den Unternehmen und den Sektoren.

Die Grünen Groen und Ecolo kritisieren, dass sich der Investitionspakt zu wenig auf nachhaltige Energie und Mobilität konzentriere.

Auch die flämischen Sozialdemokraten von der SP.A fordern mehr grüne, aber auch soziale Akzente im Investitionsplan. Die französischsprachige PS tat den Investitionspakt gar als Wahlkampfmanöver ab. Fünf Jahre lang habe die Regierung Michel nämlich das Gegenteil getan.

Die Banken begrüßen hingegen den Plan: Das Investitionsklima mit niedrigen Zinsen sei weiterhin sehr günstig, hieß es von Seiten der Belfius Bank.

Und Premier Michel sagte dem französischsprachigen Sender RTBF bereits am Dienstagmorgen: "Man kann jammern oder sich die Frage stellen, wie man mehr daraus macht. Ich will aus Belgien ein Eldorado für strategische Investitionen machen."  Und er fügte hinzu: "Wenn wir Neuerungen durchführen, wird das Land attraktiver."