Knapp 100 Transmigranten in Westflandern aufgegriffen

In der Provinz Westflandern hat die Polizei in der Nacht zu diesem Dienstag eine Großrazzia im Kampf gegen Schlepper durchgeführt. Im Hafen von Zeebrügge, auf Parkplätzen entlang der Autobahn und auf verschiedenen Busbahnhöfen kamen rund 200 Polizisten zum Einsatz. Insgesamt wurden 97 Transmigranten aufgegriffen.

"Es ist eine der größten Aktionen, die wir je durchgeführt haben", erklärt der Gouverneur von Westflandern, Carl Decaluwé. Auch Polizeizonen, die nicht unmittelbar betroffen seien, hätten große Solidarität mit den Zonen gezeigt, die schon seit Jahren unter Druck stünden, so der Gouverneur weiter.

Bei der Polizeirazzia wurden insgesamt 97 Transmigranten aufgegriffen. Die Polizisten konnten u.a. einen Lieferwagen mit 24 Personen, die aus Duinkerke unterwegs waren, auf der Autobahn abfangen.

"Ich habe mit mehreren dieser Leute gesprochen", erzählt Decaluwé. "Sie kamen aus Tunesien, Eritrea und Syrien. Ich habe mich lange mit einem Syrer unterhalten und ihn versucht, davon zu überzeugen, in unserem Land Asyl zu beantragen, aber er wollte echt nach Großbritannien. Es ist dringend nötig, dass die Briten mit Abschreckungskampagnen beginnen."

Innenminister Jan Jambon (N-VA) und Staatssekretär für Asyl und Migration Theo Francken (N-VA) sind an diesem Dienstag zu Beratungen in Sachen Menschenhandel nach Großbritannien aufgebrochen. Sie wollen die britischen Behörden bitten, Beamte nach  Belgien zu entsenden, um hier Transmigranten davon abzuhalten, über Belgien nach Großbritannien weiterzureisen.