UN-Sicherheitsrat: Belgien und Südafrika rücken enger zusammen

In den nächsten beiden Jahren gehören Belgien und Südafrika als nicht-ständige Mitglieder dem UN-Sicherheitsrat an. In diesem Zusammenhang wollen beide Länder gemeinsam Projekte auf den Weg bringen. Dies vereinbarte Belgiens Außenminister Didier Reynders (MR) mit seiner südafrikanischen Amtskollegin Lindiwe Sisulu in Pretoria (Foto). Im Rahmen seiner Afrikarundreise besuchte der belgische Außenminister am Montag auch Südafrika.

Belgien und Südafrika gehören 2019 und 2020 dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen als nicht-ständige Mitglieder an und haben in der Vorbereitung dazu am Montag in Pretoria ein Memorandum unterzeichnet, das auf verschiedenen Ebenen eine enge Zusammenarbeit möglich macht.

Dabei wollen beide Länder gemeinsame Standpunkte in Bezug auf die Region der Großen Seen in Afrika einnehmen, zu der im Wesentlichen die früheren belgischen Kolonien Kongo, Ruanda und Burundi gehören.

Belgien sagte in diesem Zusammenhang Südafrika die Unterstützung in der Problematik des Landbesitzes zu. Noch immer gehören rund 70 % der gesamten Fläche des Landes der weißen Minderheit, was immer wieder zu Konflikten führt. Dazu werden sich im November Vertreter Belgiens und Südafrikas bei einem Treffen in Brüssel austauschen.

Neben internationaler Politik wird aber auch ein Fokus auf wirtschaftliche und kulturelle Projekte zwischen beiden Ländern gelegt. So soll in den kommenden Jahren eine Ausgabe des Kulturfestivals Europalia in Brüssel Südafrika gewidmet werden.

Friedens-, Klima- und Migrationspolitik

Bei den Gesprächen zwischen Reynders und Sisulu in Pretoria kamen beide Länder auch in der Frage der Entwaffnung Afrikas überein. Die Union Afrikanischer Länder will so bis 2020 Frieden auf dem Kontinent schaffen.

Belgien und Südafrika haben aber auch direkt in ihrer Arbeit für den UN-Sicherheitsrat (Foto unten) gemeinsame Ambitionen. So sind beide Länder der Ansicht, dass die Themen Migration und Klimaschutz Bereiche sind, die auch auf die Tagesordnung des Sicherheitsrates gehören, wie Außenminister Reynders dazu angab: „Es ist wichtig, dass wir vielleicht sogar gemeinsam globale Fragen, wie Migration und Klimawandel als Sicherheitsproblem ansehen.“

imago/Xinhua