Brüsseler Region: Zwischen 20 und 90 % Einwohner mit ausländischen Wurzeln

Aus dem Zahlenmaterial des neuen „Lokalen Einbürgerungs- und Integrations-Monitors“ von Brüssel ist ersichtlich, wie hoch der Anteil an Einwohnern mit ausländischen Wurzeln in den einzelnen Gemeinden in der Hauptstadt-Region liegt. Während der Anteil in Watermaal-Bosvoorde mit knapp 20 % am kleinsten ist, liegt Sint-Joost-ten-Noode mit 90 % an der Spitze. 

Der aktuelle „Lokale Einbürgerungs- und Integrations-Monitor“ von Brüssel ist, wie in den Jahren zuvor auch schon, gemeinsam vom Amt für Statistik und von der Landesagentur für Inlandsangelegenheiten des belgischen Bundeslandes Flandern erstellt worden.

Das mang seltsam anmuten, doch der Auftrag zur Erstellung dieser Statistik kommt von den niederländisch-sprachigen Abgeordneten des Brüsseler Regionalparlaments und von der Flämischen Gemeinschafts-Kommission in Brüssel.

Jo Noppe vom flämischen Amt für Statistik erklärte dazu gegenüber VRT NWS: „Ziel ist, die Gemeinden bei ihrer Integrationspolitik zu unterstützen. Dann braucht man Angaben zu Herkunft, Arbeitsmarkt, Bildung und sozialer Ausgrenzung.“

Interessantes Zahlenmaterial

Nationalität: Aus dem Zahlenmaterial dieses Monitors ist zum Beispiel ersichtlich, dass derzeit rund 35 % der Bevölkerung in der Region Brüssel-Hauptstadt nicht die belgische Staatsangehörigkeit besitzt. Doch je nach Gemeinde, von denen die Region 19 zählt, ist dieser Anteil unterschiedlich.

Den geringsten Anteil an Einwohnern mit ausländischem Pass hat Watermaal-Bosvoorde mit knapp 20 %. Am höchsten ist dieser Wert in Elsene, wo 49 % der gemeldeten Einwohner keine Belgier sind. In diesem Stadtteil leben übrigens auffallend viele Franzosen. Die Gemeinde mit der höchsten Zahl an verschiedenen Nationalitäten ist die Gemeinde Brüssel-Stadt. Dort sind Bürger aus 166 verschiedenen Nationen gemeldet. Die Top 3 bilden Franzosen, Marokkaner und Rumänen.

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Herkunft: Zieht man aber in dieser Statistik die Herkunft der Brüsseler Bürger in Betracht, ungeachtet ihrer Staatsangehörigkeit, dann, sehen die Zahlen etwas anders aus. Hier haben die Statistiker auf Basis von vier Kriterien nachgeforscht: aktuelle Nationalität, Nationalität bei Geburt, Nationalität bei Geburt der Mutter, Nationalität bei Geburt des Vaters.

Führte eines dieser Kriterien zu einer nicht-belgischen Staatsangehörigkeit, wurde die jeweilige Person rein statistisch als Bürger ausländischer Herkunft angesehen. Demnach haben 71 % der Brüsseler Einwohner eine ausländische Herkunft. Hier stechen wiederum Watermaal-Bosvoorde mit 43 % als kleinster Wert heraus und Sint-Joost-ten-Noode mit 90 %. Mit jeweils rund 80 % ist der Anteil auch in den Kommunen Sint-Jans-Molenbeek, Sint-Gillis, Schaarbeek und Brüssel-Stadt sehr hoch.

Wo kommen die „Neu-Brüsseler“ eigentlich her?

In der Region Brüssel-Hauptstadt haben rund 28 % der Einwohner mit ausländischen Hintergrund ihre Wurzeln in einem Land in Europa, 43 % dieser Neu-Brüsseler kommen aus einem Land außerhalb der Europäischen Union. Hier bilden die Türken und die Marokkaner mit einem Anteil von 24 % die größte Gruppe der Einwanderer.