Belga

Die Bürger können mitbestimmen, wo der Blitzmarathon stattfindet, doch wer wird blitzen?

Beim nächsten landesweiten Blitzmarathon gegen Temposünder in Belgien sind die Bürger des Landes dazu aufgerufen, mitzubestimmen, wo die Polizei ihre Radaranlagen und ähnliches aufstellen sollen. Beim allerersten Blitzmarathon in Belgien im März 2014 wurden so rund 50.000 neuralgische Standorte gemeldet. Die Polizeigewerkschaften kündigten allerdings einen Streik für den 17. Oktober an, just an dem Tag, an dem der Blitzmarathon stattfinden soll. 

Am Mittwoch, den 17. Oktober, findet der insgesamt 10. Blitzmarathon seit Aufkommen dieser Idee statt und auch dieses Jahr können die Bürger des Landes mitbestimmen, wo geblitzt werden soll. Sie haben die Möglichkeit, dies über die Webseite des belgischen Verkehrsinstitutes VIAS zu tun und zwar auch unter Angabe von Gründen.

Nach Ansicht der Verkehrsfachleute sind noch immer rund 30 % aller schweren Verkehrsunfälle mit Personenschaden die Folge von überhöhter Geschwindigkeit und deshalb erachtet man hier die Blitzmarathons für weiter wichtig.

Und die Tatsache, dass sich hier die Bevölkerung mit einschalten kann und soll, wird ebenfalls hoch eingeschätzt. Hinzu kommt noch, dass die Polizei im vergangenen Jahr etwa 1,3 Millionen Bußgeldverfahren auf den Weg brachten, die mit Geschwindigkeitsübertretungen in Verbindung gebracht werden mussten.

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Akuter Personalmangel bei der Polizei

Das Blitzen und das Aufspüren von Temposündern und Rasern ist natürlich Aufgabe der Polizei, doch ob die Beamten dann tatsächlich zur Stelle sein werden, bleibt fraglich.

Die christliche und die sozialistische Polizeigewerkschaft haben nämlich angekündigt, den Blitzmarathon am 17. und 18. Oktober (es wird auch in der Nacht zum Folgetag geblitzt) zu boykottieren. Die Polizeigewerkschaften wollen mit diesem Boykott gegen den weiterhin akuten Personalmangel bei der Polizei protestieren.

Auf die Polizei würden immer mehr zusätzliche Aufgaben zukommen, doch die immer wieder versprochene Verstärkung bleibe im Wesentlichen aus, so die Begründung. Das Maß sei voll, hieß es dazu bei den Gewerkschaften.