Flandern: Viele Todesfälle aufgrund der schlechten Luftqualität

Nach einem Bericht zur Luftqualität im belgischen Bundesland Flandern der Flämischen Umweltgesellschaft (VMM) sterben jährlich einige Tausend Bürger an Feinstaub oder anderen Schadstoffen in der Luft. Zwar verbessere sich die Luftqualität auch in Flandern, doch in einigen Bereichen hinkt die Region hinterher, so der Bericht.

Dieser Bericht ist der erste Bericht seiner Art, in der die Flämische Umweltgesellschaft den Einfluss der Luftqualität auf die Gesundheit der Menschen untersuchte. „Es gibt in der Tat Menschen, die vor der durchschnittlichen Lebenserwartung sterben und zwar durch den Einfluss von Stickoxyden, Feinstaub und Ozon.“, sagte Katrien Smet von der Flämischen Umweltgesellschaft (VMM) dazu gegenüber VRT NWS, nach dem die flämische Tageszeitung De Morgen über den Inhalt des noch nicht veröffentlichten Rapports berichtet hatte.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Jonas Hamers / ImageGlobe

Die genauen Zahlen sind allerdings nicht genau festzulegen, denn die Berechnungen wurden jeweils auf Basis der bestimmten Schadstoffe in der Luft angestellt. Laut De Morgen handelt es sich dabei um rund 4.100 Todesfälle durch Feinstaub, um etwa 100 durch Ozon und um zwischen 1.800 und 3.600 durch Stickstoffoxyde, je nach angewandtem Richtwert. Manche der Todesfälle sind allerdings auf die Einwirkung von mehreren schädlichen Stoffen zurückzuführen, tauchen demnach auch jeweils in den verschiedenen Berechnungsmodi auf.

„Es gibt in der Tat Menschen, die vor der durchschnittlichen Lebenserwartung sterben und zwar durch den Einfluss von Stickoxyden, Feinstaub und Ozon.“ 

Katrien Smet, VMM

Ein Todesfall hänge auch davon ab, wie gesund ein Mensch lebt: „Bei kleineren Kindern, älteren Menschen und Personen, die sensible Atemwege haben, ist der Impakt größer.“, so Smet. Doch schlechte Luft führt bei weitem nicht nur zu frühzeitigen Todesfällen: „Luftverschmutzung hat auch Einfluss auf unsere Atemwege. Sie sorgt für mehr Asthma, für Allergien, für ein erhöhtes Krebsrisiko und so weiter.“

Auch in Flandern wird die Luft etwas besser

Trotz dieser alarmierenden Berichterstattung konstatiert auch die Flämische Umweltgesellschaft, dass die Qualität der Luft in Flandern im Allgemeinen etwas besser geworden ist. Bei der VMM heißt es dazu, dass dies auf viele einzelne Maßnahmen in den letzten Jahren zurückzuführen sei, die heute deutlich ihre Früchte abwerfen würden. Die Industrie nehme mehr Rücksicht auf die Umwelt, neue Technologien und neue Materialien würden ihr Übriges dazutun und  nicht zuletzt würden auch die Autos sauberer.

Während Sektoren, wie die Industrie in den jüngsten Jahren immer mehr zur Verbesserung der Luftqualität in Flandern beiträgt, nimmt der Schadstoffausstoß, der von Privathaushalten und Familien ausgestoßen wird, allerdings zu. Die steigende Bevölkerungszahl ist dabei nur ein Element.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Leider noch zu wenig individuelle Mitarbeit der Bürger

Nach wie vor bewegen sich die Flamen noch zu oft mit dem eigenen Auto fort, trotz besserem öffentlichen Nahverkehr und dem Trend zum Fahrrad. Nach wie vor lockt die Wirtschaft Arbeitskräfte mit Firmenwagen, zumeist Dieselautos und nicht zuletzt sorgt der Trend zum Kaminfeuer gerade auch in Flandern wieder für mehr Schadstoffausstoß durch das Heizen von Häusern und Wohnungen.

Selbst in Städten, wie Gent und Antwerpen, wo Umweltzonen, verkehrsfreie Stadtzentren eingerichtet wurden, bleibt dies ein Problem, das ein verschnelltes Zurückdrängen von Schadstoffen in der Luft weiter erschwert.