Lebensmittelagentur ergreift Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest

Nach Bekanntwerden von zwei an der Afrikanischen Schweinepest verendeten Wildschweinen in der belgischen Provinz Luxemburg hat die belgische Bundesagentur für Lebensmittelsicherheit (FAVV) ein Maßnahmenpaket erlassen, mit dem die Ausbreitung dieser für alle Schweinearten tödlichen Krankheit verhindert werden soll.

Nach Angaben der FAVV und von Bundeslandwirtschaftsminister Denis Ducarme (MR) werden derzeit 67 Schweinezuchtbetriebe in Belgien unter Aufsicht gestellt. Im Rahmen einer Krisensitzung zum Thema Afrikanische Schweinepest am Freitagmorgen wurde eine ganze Reihe Maßnahmen erlassen, die die Ausbreitung der Seuche verhindern soll.

Bundesgesundheitsministerin Maggie De Block (Open VLD) beeilte sich zu sagen, dass derzeit keine Gefahr für die Volksgesundheit vorliege, was kein Wunder ist, denn diese Krankheit überträgt sich nicht auf Menschen und andere Tiere. Eine potentielle Gefahr stellt die Pest allerdings für die Schweinezucht und die Fleischindustrie dar, denn sie ist tödlich für alle Schweinearten.

Die Schweinezucht in Belgien umfasst derzeit in Flandern 6 Millionen Schweine und in der Wallonie 400.000 Schweine. „Wenn diese Krankheit hier ausbricht, dann können die wirtschaftlichen Folgen dramatisch sein. Wir müssen proaktiv handeln und die Entwicklung genau beobachten, um sicher zu sein, dass dies (die beiden toten Schweine aus der Provinz Luxemburg (A.d.R.)) ein Einzelfall ist.“, so Landwirtschaftsminister Ducarme.

Folgende Maßnahmen gelten ab sofort:

-      In der Region, in der die beiden toten Wildschweine entdeckt wurden (63.000 Hektar Gebiet in Etalle zwischen Arlon und Virton in der Provinz Luxemburg), wird die Jagd bis zum 15. Oktober verboten und Wanderer und Spaziergänger müssen dort auf den Waldwegen bleiben;

-      67 Schweinezüchter in der betroffenen Region bzw. in Wallonien müssen alles, was auf ihren Höfen passiert, beobachten und werden von Tierärzten in der Aufsicht begleitet;

-      Die betroffenen Zuchtbetriebe dürfen bis auf weiteres keine Transporte von Schweinen durchführen, es sei denn, die Lebensmittelagentur FAVV gibt dazu die ausdrückliche Erlaubnis;

-      Schweinezüchter in Flandern sind dazu aufgerufen zu vermeiden, dass sich ihre Tiere infizieren. Sie sollen ihre Zäune erhöhen, nur dazu befugte Personen in ihre Ställe lassen und Kleidung sowie alle notwendigen Materialien desinfizieren.

Landwirtschaftsverbände und Wirtschaft

Die Allgemeine Bauerngewerkschaft (ABS) in Flandern sowie der flämische Bauernbund plädieren inzwischen dafür, die Wildschweine in der betroffenen Region in der Provinz Luxemburg kontrolliert zu jagen und zu beseitigen, doch dies obliegt der Entscheidung der Wallonischen Region. Im gleichen Falle wäre in Flandern ebenfalls die Landesregung zuständig.

Bundeswirtschaftsminister Kris Peeters (CD&V) warnt in dieser Hinsicht vor allzu großen Sorgen. Die FAVV beobachte die Lage und nichts stehe dem Erwerb oder dem Verzehr von Schweinefleisch im Wege.

Peeters erinnert alle Beteiligten auch daran, dass unser Land große Mengen an Schweinefleisch exportiert. Deshalb sei es von größter Wichtigkeit, alles, was man wisse, auch den Behörden in den Nachbarländern, bzw. in den Exportländern mitzuteilen. Ihnen solle auch vorgelegt werden, welche Maßnahmen hier im Inland getroffen würden.