In Zuienkerke in Westflandern wird am 14. Oktober nicht gewählt!

Die Einwohner des Dorfes Zuienkerke in der Provinz Westflandern brauchen am 14. Oktober nicht zur Kommunalwahl zu gehen. Trotzdem müssen sie sich ins Wahllokal ihrer Gemeinde begeben, denn aufgrund der Wahlpflicht in Belgien müssen sie bei der gleichzeitig stattfindenden Provinzwahl ihre Stimme abgeben. Wie passt das denn zusammen?

Ganz einfach: Der Gemeinderat von Zuienkerke zählt 11 Sitze und genau 11 Kandidaten stellen sich am 14. Oktober 2018 zur Wahl. Das bedeutet, dass alle Sitze bereits im Vorfeld vergeben sind. Also fällt in Zuienkerke dieses Jahr die Kommunalwahl aus logischen Grunde aus.

Hinzu kommt noch, dass Alain De Vlieghe (Foto unten), der seit 2010 Bürgermeister seiner kleinen Gemeinde ist, 10 Kandidaten um sich versammelte und in dieser Besetzung seine „Liste des Bürgermeisters“ bei der Wahlkommission einreichte. Bis zum 15. September, das war der vergangene Samstag, hätten sich weitere Listen bzw. Kandidaten melden müssen, um gewählt werden zu können, doch dazu kam es nicht und eine Opposition gibt’s dort wohl nicht.

Bei den letzten Kommunalwahlen 2012 gab es allerdings eine solche Opposition in Zuienkerke, doch die Wahlberechtigten unter den rund 2.800 Einwohnern gaben ihm nicht genug Stimmen und somit schaffte er es nicht in den Gemeinderat. Damals gewann die „Liste des Bürgermeisters“ mit einem Wahnsinnsergebnis von 89 % der Stimmen.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Bürgermeister De Vlieghe bleibt also auch ohne Wahl in seinem Amt. Ob er das schlimm findet? „Das hat zwei Seiten. Hätte es eine Liste gegeben, die hätte mitbestimmen wollen und dazu gute Ideen geliefert hätte, dann hätte ich da kein Problem mit gehabt. Doch wenn es nur darum gegangen wäre, dass man nur ‚für die Leute‘ bzw. ‚weil es Wahlen geben muss‘ hätte wählen gehen müssen, dann hätte ich das lieber nicht gehabt.“, so De Vlieghe. Hätte, hätte, hätte. Auch eine Art von Demokratie…

Zuienkerke hat übrigens bis auf Jugendstreiche keine Kriminalität, verfügt aber über ein „Bürger-Informations-Netzwerk“. Das geht so weit, dass ein Hausarzt aus dem Nachbardorf, der im Schrittempo durch den Ort fuhr, weil er eine Adresse suchte, schon bei der Polizei gemeldet wurde, bevor er seinen Patienten finden konnte. Finanzmittel hat der Ort laut des Bürgermeisters kaum.

Es müssen ja auch nur 4.800 ha Gemeindefläche unterhalten werden. Die drei Straßen, die den Ort durchqueren, sind Landstraßen, die nicht unter die Zuständigkeit von Zuinekerke fallen. Dass da schon mal Unfälle passieren, findet Bürgermeister De Vlieghe schade: „Manchmal haben wir auch Verkehrsprobleme…“