Agoria: Tausende Jobs bis 2030 durch technische Innovation gefährdet

Nach Berechnungen des belgischen Industrie- und Technologieverbandes Agoria werden in den kommenden Jahren in unserem Land bis zu 300.000 Arbeitskräfte durch die Anwendung von neuen Technologien ersetzt. Dabei sollen z.B. Roboter die bisher von Menschen geleistete Arbeitskraft sukzessive häufiger ersetzen.

Die Arbeitnehmer würden innerhalb der nächsten 12 Jahre in einer völlig neuen Welt erwachen, auch in Belgien, so der Technologieverband Agoria, der gemeinsam mit dem Consultancy-Unternehmen Roland Berger berechnete, in wie weit Digitalisierung und Innovation den Arbeitsmarkt der Zukunft verändern werden. Wenn sich Wirtschaft, Politik und Gesellschaft nicht auf diese Entwicklung vorbereiten, könnte es zu einem bösen Erwachen kommen. 

Permanente Weiterbildung?

Der Schuh drückt dabei nicht nur dort, wo die moderne Technik den Menschen ersetzen kann, sondern auch dort, wo unzählige offene Stellen in verschiedenen Fachbereichen nicht (mehr) besetzt werden können, insbesondere in Bereichen wie dem Bildungs- und dem Gesundheitswesen sowie im Dienstleistungssektor.

Die Gesellschaft müsse quasi sofort mit Umschulungen und Weiterbildung in den verschiedensten Bereichen von Wirtschaft und Dienstleistung beginnen, fordert Agoria-Arbeitsmarktexperte Jeroen Franssen. Das betreffe auch Verwaltung und Handwerk sowie  die Produktion, genauer die sogenannte „Herstellungs-Wirtschaft“, wie sie hierzulande genannt wird. Die Gesellschaft sollte am besten laut Agoria auf permanente Weiterbildung setzen.

Qualitatives und quantitatives Problem

Agoria stellte z.B. fest, dass sich innerhalb der kommenden 12 Jahre eine Verschiebung am Arbeitsmarkt ergeben wird, denn der zu erwartende ausgebildete Nachwuchs oder/und die sogenannte „qualifizierte Einwanderung“ können die bis dahin berechnete Zahl von mehr als 1,7 Millionen Abgängen (Rente und andere Faktoren) nicht ganz ersetzen.

Auch hier würde darüber nachgedacht, bestimmte Bereiche weiter zu digitalisieren (Sprichwort Roboter in der Altenpflege…). Ganz im Gegenteil: bis 2030 werden bis zu 5,4 Millionen Arbeitskräfte in Belgien gebraucht. Das schließt sowohl die bis dahin vorhandenen Beschäftigten ein (4,78 Millionen), als auch die, die noch hinzukommen müss(t)en. 

Wo verschwinden möglicherweise Jobs?

Während in den Bereichen Bildung, Pflege und Gesundheit sowie Dienstleistung wohl eher kaum Arbeitsplätze wegfallen (ganz im Gegenteil), sind die Sektoren Medien, Behörden, Landwirtschaft, Metallverarbeitung, Elektrotechnik und Elektronik sowie die Chemie- und die Pharmaindustrie deutlicher von der Digitalisierung betroffen.

Hier könnten Automatisierung (Stichwort „Kollege Roboter“), Algorithmen, Computer und andere Technologien, die schon jetzt immer komplexere Handlungen übernehmen können, durchaus tausende Menschen überflüssig machen, also mehr als nur helfen.