Robert Henno

Lebensmittelagentur stellt Koordinator in Sachen Afrikanische Schweinepest an

Die belgische Bundesagentur für Lebensmittelsicherheit (FAVV) hat einen nationalen Koordinator angestellt, der sich auf die Afrikanische Schweinepest konzentriert, die bei einigen verendeten Wildschweinen festgestellt wurde. Inzwischen boykottieren bereits einige Länder den Import von Lebensmitteln aus Belgien.

Nach Angaben von Bundeslandwirtschaftsminister Denis Ducarme (MR) wird die Veterinärin Dr. Myriam Logeot aus dem Kontrollreferat der Bundesagentur für Lebensmittelsicherheit zentrale Ansprechperson für alles, was mit der Afrikanischen Schweinepest in Belgien zu tun hat. An sie müssen sich z.B. die Länder und Regionen in Belgien in dieser Sache wenden.

„Ziel ist, die Krankheit so schnell wie möglich auszurotten. Unsere Priorität bleibt, die Lebensmittelindustrie und unsere Bauernhöfe zu erhalten.“, so Landwirtschaftsminister Ducarme. Inzwischen haben allerdings bereits neun Länder weltweit angekündigt, Schweinefleisch aus Belgien nicht mehr zu importieren, u.a. China, Südkorea, Südafrika, Weißrussland und Mexiko. 

Begrenzter Schaden

Allerdings hält sich der dadurch entstehende Schaden eher begrenzt, denn unser Land exportiert in erster Linie Schweinefleisch in die Länder der Europäischen Union. EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis pocht auf Einhaltung der strikten diesbezüglichen Vorgaben und Verhaltensregeln vor Ort. Von einer Krise wollte Andriukaitis derzeit aber nicht sprechen, auch wenn die wallonischen Regionalbehörden davon ausgehen, dass sich die Zahl an an ASP-erkrankten Windschweinen durchaus noch steigen könne.

Probleme für den Tourismus in der betroffenen Region

Inzwischen sind in der von der Afrikanischen Schweinepest betroffenen belgischen Provinz Luxemburg, wo seit dem 13. September bereits fünf verseuchte Wildschweinkadaver entdeckt wurden, rund 63.000 ha Waldgebiet für Wanderer und Touristen gesperrt worden. Dies sorgt dort im Fremdenverkehr bereits für Verluste und für die Annullierung von geplanten Wanderungen und Reisen. Zu einer generellen Jagd auf Windschweine soll es aber dort nicht kommen.

Die Afrikanische Schweinepest ist eine schwere Virusinfektion, die Wild- und Hausschweine befällt und immer tödlich ist. Der Erreger kann durch direkten Kontakt zwischen Tieren übertragen werden, aber auch durch Speisereste mit Fleisch von infizierten Tieren. Laut EU-Kommission, ist das Virus seit 2014 inzwischen in neun EU-Ländern aufgekommen. Eine schützende Impfung gegen ASP gibt es nicht.