Lotsen und Schleusenwärter arbeiten wieder - Weitere Streiks abgewendet

Flanderns Landesinnenministerin Lisbeth Homans (N-VA) und die Beamtengewerkschaften haben sich am Dienstag auf einen Kompromiss einigen können, der dazu führte, dass zum einen die Hafenlotsen und die Schleusenwärter ihre Arbeit wieder aufnehmen konnten und dass zum anderen die für kommenden Freitag geplanten Streiks gegen die Beamtenreform der flämischen Landesregierung abgesagt wurden.

Die Gewerkschaften der flämischen Beamten, die sozialistische ACOD und die christliche ACV, haben positiv auf einen Kompromissvorschlag von Seiten der Landesregierung reagiert und zeigten sich zufrieden, dass die Anpassungen des Beamtenstatuts durch Landesinnenministerin Homans vorläufig ausgesetzt wurden. Dieser Kompromiss beruht allerdings in einer ersten Instanz auf mündliche Zusagen.

Dennoch gaben die Arbeitnehmervertreter bekannt, dass die für Freitag geplanten Streiks abgesagt werden. Noch am Dienstagabend nahmen auch die Antwerpener Hafenlotsen für den Scheldeverkehr ihre Arbeit wieder auf und sowohl die Binnenschifffahrt verläuft wieder normal, als auch die Begleitung von Hochseefrachtern.

"Es wurde abgesprochen, dass eine Arbeitsgruppe wöchentlich zusammenkommt. Die erste Sitzung ist für den kommenden Montag angesetzt."

Flanderns Innenministerin Lisbeth Homans (N-VA)

„Die Gewerkschaften haben angegeben, mehr Zeit zu brauchen, um über die Harmonisierung der Arbeitsbedingungen zu verhandeln. Es wurde abgesprochen, dass eine Arbeitsgruppe wöchentlich zusammenkommt. Die erste Sitzung ist für den kommenden Montag angesetzt. Inzwischen werden alle Gewerkschaftsaktionen beendet.“, so Landesinnenministerin Homans am Dienstag nach den Gesprächen.

Schleusen wieder offen, Lotsen arbeiten wieder

Kurz nach den Gesprächen zwischen Gewerkschaften und Landesregierung nahmen die Schleusenwärter am Albertkanal ihre Arbeit wieder auf und schon am Mittwochmorgen konnten z.B. alle der rund 200 Binnenschiffe, die am Albertkanal und an der Schleuse von Evergem blockiert waren, ihre Fahrten fortsetzen. Inzwischen normalisiert sich auch die Lage bei den Hochseefrachtern, denn die Lotsen, die sie durch die Schelde in Richtung Nordsee, bzw. in Richtung Gent und Antwerpen leiten, sind ebenfalls seit Dienstagabend wieder auf ihren Posten. 

„Wir haben einen wirtschaftlichen Schaden erlitten. Wir rechnen einem Verlust von mehrere Dutzend Millionen Euro.“ 

Nathalie van Impe, Sprecherin des Antwerpener Hafens

Im Hafen von Gent galt es am Mittwochvormittag noch Rückstände abzuarbeiten, doch nach und nach läuft hier ebenfalls alles wieder, wie geplant. Nathalie van Impe, die Sprecherin des Antwerpener Hafens, gab an, dass die Streiks und Blockaden einen finanziellen Kater hinterlassen: „Wir haben einen wirtschaftlichen Schaden erlitten. Wir rechnen einem Verlust von mehrere Dutzend Millionen Euro.“

Die Beamten in Flandern, allen voran die Lotsen und die Schleusenwärter, protestieren nicht erst seit gestern gegen die Beamtenreform der Landesregierung. Diese sieht unter anderem Anpassungen an den Regelungen im Krankheitsfall vor, bzw. will diese Regelungen „harmonisieren“. Gerade die hier genannten Fachbereiche haben dadurch im Nachhinein Nachteile, womit sie nur begingt einverstanden sind.