Ryanair will ab 2020 belgisches Arbeitsrecht anwenden

Der irische Billigflieger Ryanair hat in einem Schreiben an die Gewerkschaften in unserem Land angekündigt, sein hiesiges Personal ab 2020 nach belgischen Arbeitsrecht zu behandeln. Die Gewerkschaften hatten im Rahmen der Streiks in den vergangenen Wochen von Ryanair gefordert, diesen Schritt schon ab dem kommenden Jahr zu tun. Die EU-Kommission will, dass die Low-cost-Gesellschaft sofort lokales Arbeitsrecht anwendet. 

Die Gewerkschaften bei Ryanair bleiben auch nach diesem Schreiben der Billigfluggesellschaft zurückhaltend: „Das ist ein erster Schritt. Jetzt müssen wir weiterverhandeln.“ Das Schreiben von Ryanair ist eine recht schnelle Reaktion auf einen Vorschlag für ein Tarifabkommen, dass die Gewerkschaften Ryanair erst am Dienstag zukommen ließen.

Noch fällt das belgische Ryanair-Personal unter irisches Arbeitsrecht, das in einigen Bereichen weniger streng und strikt ist, wie das hiesige. Von irischem auf belgisches Arbeitsrecht umzuschalten ist eine der zentralen Forderungen der hiesigen Gewerkschaften im Sozialkonflikt mit Ryanair.

Die irische Fluggesellschaft geht damit auch in Belgien einen Schritt auf die Arbeitnehmer zu, wie dies in den vergangenen Tagen auch bereits in Irland selbst und in Italien der Fall war. Die Direktion von Ryanair in Belgien bittet im gleichen Schreiben aber auch darum, den für den 28. September geplanten Streik abzublasen. 

„Lokales Arbeitsrecht sofort anwenden!“

Marianne Thyssen, die aus Belgien kommende EU-Kommissarin für Arbeit und Soziales, will nicht, dass Ryanair das irische Arbeitsrecht erst ab 2020 in lokales Recht an den jeweiligen Standorten in Europa umsetzt, sondern dass dies sofort geschieht.

„Die Regeln sind deutlich. Worauf warten sie noch? Der interne Markt der EU ist ein geregelter Markt und kein Dschungel.“, sagte EU-Kommissarin Thyssen am Mittwoch gegenüber VRT NWS.

Das Kabinenpersonal der Ryanair-Standortländer Belgien, Deutschland, Niederlande, Italien und Spanien fordert, dass für sie das Arbeitsgesetz des jeweiligen Landes gelten soll.