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EU-Mitgliedstaaten entgehen 150 Mrd. Euro an MwSt.-Einkünften

Den EU-Mitgliedstaaten ist 2016 knapp 150 Milliarden Euro an MwSt.-Einkünften entgangen. Das geht aus der jüngsten Studie der Europäischen Kommission hervor, die an diesem Freitag veröffentlicht wurde. Belgien liegt mit der MwSt.-Kluft etwa in der Mitte.

Das sei "inakzeptabel", lautet das Urteil des EU-Kommissars für Wirtschafts- und Finanzangelegenheiten, Steuern und Zoll, Pierre Moscovici. Er ruft die Mitgliedstaaten dazu auf, sich auf eine Reform zu einigen, die MwSt.-Betrug eindämmen soll.

Jedes Jahr untersucht die Kommission, wie groß die Differenz zwischen den zu erwartenden Mehrwertsteuer-Einkünften und den tatsächlich bei den Mitgliedsländern eingehenden Beträgen ist. Diese "MwSt.-Kluft" ist zu einem großen Teil auf Betrug zurückzuführen.

Die Kluft ist allerdings innerhalb eines Jahres um 10,5 Milliarden Euro kleiner geworden: 2016 ging es noch um 12,3 Prozent der gesamten MwSt.-Einkünfte gegenüber 13,2 Prozent im Jahr zuvor. Die Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten sind noch immer enorm. In Belgien beträgt die Differenz  etwa 3 Milliarden Euro, das heißt etwas weniger als 10 Prozent. Damit liegt unser Land ungefähr in der Mitte.

"Die Mitgliedstaaten haben die MwSt.-Erhebung in der gesamten EU verbessert. Das müssen wir anerkennen. Doch ein Verlust von insgesamt 150 Milliarden Euro im Jahr für die nationalen Haushalte bleibt inakzeptabel, insbesondere wenn man bedenkt, dass 50 Milliarden davon in die Taschen von Betrügern, Kriminellen und wahrscheinlich sogar in die Taschen von Terroristen fließen", betont Moscovici.

"Diese Situation kann sich erst substantiell verbessern, wenn die MwSt.-Reform, die wir letztes Jahr vorgestellt haben, verabschiedet wird. Ich dränge bei den Mitgliedstaaten darauf, noch vor den Europawahlen 2019 weiter am definitiven MwSt.-System zu arbeiten“, so der EU-Kommissar.