LKW auf der Suche nach Schleichwegen? Kommunen reagieren mit Kameraüberwachung

In drei flämischen Gemeinden werden LKW-Schleusen mit Überwachungskameras im September Lastwagen kontrollieren, um nachzuschauen, ob es sich dabei um lokalen Verkehr handelt oder um Trucker, die auf der Suche nach Schleichwegen, um Mautgebühren zu umgehen, durch Dörfer und Kleinstädte fahren. Hartnäckige Lastwagenfahrer werden in dieser Hinsicht zu hohen Bußgeldern verurteilt.

Die drei Gemeinden Kortrijk, Kuurne und Lendelede in der Provinz Westflandern nehmen an einem Pilotprojekt teil, bei dem versucht wird, Lastwagenfahrern auf die Spur zu kommen, die mit Fahrten durch Dörfer, Kleinstädte oder sogar Stadtzentren versuchen, der LKW-Maut auf den Autobahnen zu entgehen.

Die drei Gemeinden - Kuurne und Lendelede sind kleine Nachbargemeinden der westflämischen Stadt Kortrijk - werden oft von Staus heimgesucht, die LKW-Fahrer auf der Suche nach solchen Schleichwegen verursachen.

Vincent Van Quickenborne (Open VLD), der Bürgermeister von Kortrijk, erklärt: „Wir beobachten immer öfter, dass schwerer Durchgangsverkehr für gefährliche Situationen sorgt. Doch er sorgt auch für Lärmbelästigung und für Straßenschäden.“ Die drei an dem Projekt teilnehmenden Gemeinden wollen nur noch lokalen Schwerlastverkehr zulassen, z.B. von Unternehmen, die dort heimisch sind bzw. Baustellenverkehr.

Das Kamerasystem mit sogenannten LKW-Schleusen arbeitet sehr genau. Digitale Kameraanlagen werden in Kuurne am Sint-Katriensesteenweg, in Lendelede in der Hulstemolenstraat sowie in Kortrijk in der Driekerkenstraat und am Overzetweg installiert. Eine erste Kamera misst die Höhe und registriert die Angaben des LKW und eine zweite Kamera misst die Dauer der Fahrt zwischen beiden Punkten.

Falls ein LKW keinen Zwischenhalt einlegt, geht die Polizei davon aus, dass es sich nicht um lokalen Verkehr handelt und beginnt mit Ermittlungen, die zu einem Bußgeld in Höhe von 58 € führen können. In der ersten Kontrollwoche wurden alleine in Kuurne 36 Verstöße registriert.