Belgiens Planbüro rechnet mit Stromengpässen im November

Im November könnte es in einigen Kommunen in Belgien zu Stromabschaltungen kommen. Dies berechnete das Planbüro, eine unabhängige Einrichtung des belgischen Föderalstaates, die die Auswirkungen von politischen Entscheidungen und Voraussichten bewertet. Grund für diese Annahme ist die Tatsache, dass im November nur einer der sieben belgischen Kernreaktoren operabel ist. Alle anderen Meiler werden dann aufgrund von Unterhaltsmaßnahmen heruntergefahren sein.  

Das Planbüro ist in diesem Zusammenhang der Frage nachgegangen,  was passieren würde, wenn es im November sehr kalt wird. Dann könnte es durchaus zu einem Stromengpass kommen, der zur Folge haben könnte, dass es in einigen Gemeinden im Land zu Stromabschaltungen kommen wird. Doch auch bei ähnlichen Temperaturen, wie im gleichen Monat im vergangenen Jahr, kann die Lage bei der Elektrizitätsversorgung durchaus angespannt sein, so das Planbüro.

Stromengpässe bzw. Stromabschaltungen sind in Belgien gesetzlich geregelt, wie Danielle Devogelaer vom Planbüro dazu gegenüber VRT NWS angab: „Pro Jahr darf es laut Gesetz nur während drei Stunden keinen Strom geben. Doch durch die Situation, dass sechs nukleare Reaktoren abgeschaltet sein werden, gehen wir davon aus, dass diese Stundenzahl signifikant steigen wird. Wir schätzen, dass dies auch bis zu 20 Stunden sein könnten.“

Das Planbüro befürchtet also, dass es eng werden könnte. Letztes Jahr, so Danielle Devogelaer, habe es im November keinen einzigen Frosttag gegeben, trotzdem seien damals rund 13 Gigawatt Strom verbraucht worden: „Wenn wir davon ausgehen, dass im November dieses Jahr sechs Reaktoren abgeschaltet sein werden, dann wird uns das Wasser bis zu den Lippen stehen, um das zu decken. Möglich ist das, doch dann sollten wir unseren Stromverbrauch etwas mäßigen, vor allem in den Abendstunden.“