Piet den Blanken

Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt: Ein Problem in Antwerpen

Vierzig Prozent der Menschen mit einem ausländisch klingenden Namen, die sich in Antwerpen nach einer Mietwohnung erkundigen, werden diskriminiert. Das schreiben mehrere flämische Zeitungen, darunter De Standaard an diesem Montag. Sie basieren sich dabei auf eine Untersuchung, die die Freie Universität von Brüssel (VUB) durchgeführt hat.

Die Forscher haben auf 943 Mietanzeigen auf dem Wohnungsmarkt in Antwerpen geantwortet. Sie verschickten den gleichen Bericht in einwandfreiem Niederländisch zwei Mal: einmal mit einer Unterschrift eines maghrebinischen Namens und ein weiteres Mal mit einem flämisch klingenden Namen. In 40 Prozent der Fälle wurde die Person mit dem flämischen Namen direkt zur Wohnungsbesichtigung eingeladen, die mit dem maghrebinischen Namen nicht. Die Plattform „Praktijktesten Nu” fordert, dass Antwerpen Praxistests einführt. Solche Tests werden bereits in Gent durchgeführt.

Städtische Informationskampagnen, zentrale Anlaufstellen und die Einführung von Praxistests

"Wir tolerieren weder Diskriminierung am Arbeitsplatz, noch im Unterrichtswesen oder auf dem Wohnungsmarkt, nirgendwo." Das sagt der flämische Christdemokrat, der Vizepremier und Antwerpener Spitzenkandidat Kris Peeters in einer Reaktion auf die Untersuchung.

„Wir wollen städtische Informationskampagnen und eine zentrale Anlaufstelle, damit Diskriminierung und Rassismus gemeldet werden können. Es werden Praxistests auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt eingeführt", kündigte er zudem an.

Auch die flämischen Grünen Groen fordern Antwerpen auf, so schnell wie möglich Praxistests anzuwenden. "Für uns ist glasklar: Die Einführung von Praxistests auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt muss ins nächste Regierungsabkommen aufgenommen werden", so der Antwerpener Spitzenkandidat der Grünen, Wouter Van Besien.

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