Afrikanische Schweinepest: Grenzüberschreitende Zusammenarbeit

Im Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) haben sich am Mittwoch Bundeslandwirtschaftsminister Denis Ducarme (MR) und dessen wallonischer Amtskollege René Collin (CDH) gemeinsam mit Vertretern der Fleischwirtschaft an einen Tisch gesetzt. Dabei ging es um geplante Entschädigungen und um eventuelle flächendeckende Schweineschlachtungen, wie der belgische Rundfunk in deutscher Sprache, BRF, auf seiner Webseite meldet. 

Bundeslandwirtschaftsminister Ducarme hatte am Wochenende entschieden, dass 4.000 Hausschweine in der wallonischen Provinz Luxemburg notgeschlachtet werden sollen. Schon am kommenden Samstag sollen die Schlachtungen beginnen, doch der Verband der belgischen Schweinezüchter (Fugea) hält diesen Schritt für zu hoch gegriffen und ist damit nicht einverstanden und auch die Landwirtschafts-Gewerkschaft Agrofront hat ihre Probleme damit.

Insgesamt wurden in Belgien bis jetzt 15 Fälle der Afrikanischen Schweinepest bei Wildschweinkadavern festgestellt, die in der Provinz Luxemburg entdeckt wurden.

Inzwischen liegen die Ergebnisse der ersten DNA-Analysen vor. Demnach wurde das ASP-Virus wahrscheinlich aus Osteuropa eingeschleppt. Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, will Walloniens regionaler Landwirtschaftsminister Collin innerhalb des Sperrbezirks 63.000 ha großen in Etalle einen kleineren Bereich um den vermuteten ASP-Herd einzäunen lassen.

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit

Die EU-Kommission hat Belgien unterdessen für seinen Umgang mit der Afrikanischen Schweinepest gelobt. Unser Land habe schnell und angemessen reagiert, so der EU-Landwirtschaftskommissar Phil Hogan im Rahmen einer Pressekonferenz im niederösterreichischen Schloßhof, wo am Dienstag der informelle Agrar- und Fischereirat der EU stattgefunden hatte. Hogan bemerkte auch, dass Belgien in dieser Sache eng mit seinen Nachbarländern kooperieren würde.

Belgiens Landwirtschaftsminister Ducarme kündigte an, sich in Kürze mit der deutschen Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) treffen zu wollen. Hier geht es auch um eine Absicherung des Marktes und des Handels, denn über 36 % des belgischen Schweinefleischs werden nach Deutschland exportiert.