Eine Million Euro um die Flämischen Meister in Flandern selbst zu bewerben

An diesem Mittwoch lanciert Landestourismusminister Ben Weyts (N-VA) eine Werbekampagne, die dabei helfen soll, die klassischen flämischen Meister, wie Rubens, Bruegel oder Van Eyck auch in Flandern selbst populärer zu machen. Diese drei Maler z.B. sind weltberühmt, doch in der eigenen Heimat berühren sie nur wenige Zeitgenossen, wie eine Online-Umfrage unter 500 Flamen ergeben hat.

Bei dieser Online-Umfrage wurde eine einfache Frage gestellt: „Würden Sie Flandern im Ausland als Reiseziel empfehlen?“ Doch nach Ansicht von Tourismusminister Weyts antworteten zu wenig der Angesprochenen diese Frage mit einem „vollmundigen Ja“. Darum investiert der flämische Fremdenverkehrsverband „Toerisme Vlaanderen“ 1 Mio. € in eine Promotion-Kampagne, die den Flamen ihre eigene Heimat bewusster machen soll und dabei soll auch Nachdruck auf die flämischen Meister gelegt werden.

„Die Flamen sollen Botschafter für Flandern als Reiseziel werden!“

Ben Weyts (N-VA), Flanderns Tourismusminister

„Flämische Meister. Das sitzt in unseren Genen“ wird die Kampagne genannt, die an diesem Mittwoch lanciert wurde. Mit verschiedenen Projekten, mit denen Flandern und seine Hochkultur auch schon im Ausland beworben wurden, z.B. über „VisitFlanders“, soll jetzt auch in Flandern selbst gearbeitet werden.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Dabei werden recht spielerische Akzente gesetzt werden. In der Brüsseler Kapellekerk in den Marollen, etwa dort, wo sich der Tunnel der Nord-Süd-Verbindung der Bahn in Richtung Bahnhof Brüssel Süd/Midi öffnet, sind 10 typische Figuren aus den Werken Bruegels versteckt. Diese Kirche wurde dazu nicht zufällig ausgewählt, denn dort liegt Pieter Bruegel der Ältere begraben, einer der berühmtesten flämischen Meister… 

„Zu Tisch mit Bruegel“

Vor rund 450 Jahren malte Bruegel „Die Bauernhochzeit“ (Foto unten). Hier ist zu erkennen, dass den Hochzeitsgästen Reisbrei vorgesetzt wurde, eine damals schon beliebte Mahlzeit in Flandern. Daran knöpft eine weitere Idee an, mit der die alten Meister in den Fokus der Flamen gerückt werden könnten.

Mit dem Konzept „Zu Tisch mit den flämischen Meistern“ will z.B. die Köche in der hiesigen Gastronomie dazu anregen, ab und zu Gerichte aus dem 15., 16. oder 17. Jahrhundert auf die Speisekarte zu setzen, so, wie sie auf Gemälden aus dieser Zeit zu erkennen sind. 25 bekannte flämische Chefköche und Küchenchefs werden versuchen, „Flämische Meister-Rezepte“ zu entwickeln, in dem sie auf den Werken nach Zutaten, nach Essgewohnheiten und nach Rezepten forschen.