VRT-Kriegsberichterstatter Rudy Vranckx erhält den Carnegie Wateler Friedenspreis

VRT-Journalist Rudy Vranckx (Foto) ist in Den Haag mit dem prestigeträchtigen Carnegie Wateler Friedenspreis ausgezeichnet worden. Während seiner Dankesrede warnte er auf recht emotionale Weise vor den Gefahren des Populismus. Mit diesem Friedenspreis gesellt sich unser Kollege zu Preisträgern, wie Henry Kissinger, Robert Baden-Powell oder auch das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, Unicef.

Die Jury für den diesjährigen Carnegie Wateler Friedenspreis lobt unseren Kollegen Rudy Vranckx wegen seines „außergewöhnlichen Mutes und seiner Hingabe, die er bei seiner Berichterstattung aus Konfliktgebieten sehen lässt.“

Doch auch seine Betroffenheit vor Ort beeindruckte die Jury. Dabei bewunderte sie auch die Idee von Rudy, die sich hinter seinem Projekt „Imagine Mosul“ verbarg. Im vergangenen Sommer hatte er 120 Musikinstrumente für die Musikschule in der irakischen Stadt Mosul eingesammelt und persönlich dorthin gebracht.

Preis im Namen aller getöteten Journalisten angenommen

In seiner Dankesrede legte Rudy Vrancks Wert auf die Feststellung, dass er seinen Preis im Namen seiner Berufskollegen annehme: „In den vergangenen 25 Jahren sind rund 2.000 meiner Kollegen ums Leben gekommen. Dieses Jahr geschah das mit der schwindelerregenden Geschwindigkeit von zwei gefallenen Kollegen pro Woche. Sie haben ihr Leben dafür gegeben, eine Geschichte zu erzählen.

Vranckx brach auch eine Lanze für mehr Menschlichkeit und für mehr Nuance, nicht nur innerhalb der journalistischen Berichterstattung: „Manche erinnern uns an die 1930er Jahre, doch die Geschichte wiederholt sich nicht. Doch der Mechanismus von Ausgrenzung und menschlichem Verhalten in Zeiten der Angst bleibt der gleiche. Angstmachen ist DAS Bestsellerprodukt des politischen Marks im 21. Jahrhundert. Doch die, die Angst verbreiten, legen die Fundamente für die Kriegsverbrechen von morgen.“ 

Der Carnegie Wateler Friedenspreis

1916, als der Erste Weltkrieg für das größte Schlachtfeld aller Zeiten sorgte, beschloss der schwerreiche niederländische Bankier Johan Wateler fest sein gesamtes Kapital für den Frieden einzusetzen. Er legte per Testament, ähnlich, wie Alfred Nobel, fest, dass sein Besitz in eine Stiftung fließen soll, mit der ein Friedenspreis gegründet werden soll.

Dieser Preis, Carnegie Wateler Friedenspreis genannt, wird seit 1931 vergeben, zuerst jährlich und seit dem Jahr 2000 alle zwei Jahre. Mit diesem Preis ehrt die Jury „eine Person oder eine Einrichtung, die sich in auffallender Art und Weise in Wort, Schrift und Haltung für den internationalen Frieden eingesetzt hat.