Deutsche Regierung erhöht Beteiligungen an Energieaktien mit Anteilen an den belgischen AKW

Laut einer Online-Meldung der nordrhein-westfälischen Tageszeitung Rheinische Post vom Anfang dieser Woche hat die deutsche Bundesregierung ihre Beteiligungen an Energie-Aktien, die auch an den umstrittenen belgischen Kernkraftwerken Tihange (bei Lüttich) und Doel (bei Antwerpen) Anteile haben, in den vergangenen Jahren deutlich erhöht. 

Wie aus einer der Rheinischen Post vorliegenden Antwort der Bundesregierung auf die Anfrage eines Abgeordneten hervorgeht, wuchs die Bundesbeteiligung an französischen Engie-Aktien für Versorgungsfonds und die Versorgungsrücklage in den vergangenen Jahren deutlich an.

Während es für die Versorgungsrücklage 2016 noch keine Investitionen in Engie-Aktien gab, betraf dies im Sommer 2018 einen Wert von 18,9 Mio. €. Die Anteile am Versorgungsfonds stiegen im Juni 2018von 2,8 Mio. € auf 8,5 Mio. €.

Engie ist ein französischer Versorgungs-Multi, zu dem der belgische Energieproduzent Electrabel gehört und dieser Konzern ist der Betreiber der belgischen Atomkraftwerke Tihange und Doel.

Die Kernreaktoren Doel 3 und Tihange 2 gelten nicht nur unter Kernkraftgegnern, sondern auch unter Fachleuten in Belgien, Deutschland und den Niederlanden als nicht mehr sicher, auch wenn die Betreibergesellschaft Engie Electrabel und die belgische Atomaufsichtsbehörde FANC dies laut Rheinische Post bestreiten.

Das erklärte Ziel der Bundesregierung ist allerdings, sich nicht mehr an Anlagen zu beteiligen, die auch Atomkraft befördern. "Wir wollen eine konsequente Beendigung aller Beteiligungen staatlicher Fonds an AKWs im Ausland umsetzen", heißt es im Koalitionsvertrag.

Die Anlage-Strategie der deutschen Bundesregierung stößt bei der Opposition im Bundestag auf Unverständnis. Es sei unglaubwürdig, wenn Union und SPD in ihrem Koalitionsvertrag vereinbaren, dass sich der Bund nicht mehr an Finanzanlagen mit Atomkraftwerken beteiligen soll und diese Beteiligungen dann deutlich zunehmen, so die Kritik.

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