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Facebook zeigt wieder „nacktes Fleisch“ auf Gemälden flämischer Meister

Der flämische Fremdenverkehrsverband „Toerisme Vlaanderen“ darf in Zukunft wieder Werbung mit „künstlerischer Nacktheit“ bei Facebook schalten. Dies vereinbarten Facebook und Flanderns Tourismusminister bei einem Treffen im Rubenshaus in Antwerpen. Im vergangenen Sommer hatte Flandern für seine Werbekampagne zum Barock- und zum Rubensjahr einen originellen Clip gedreht, doch bei Facebook fielen die nackten Brüste und Hintern der Figuren auf den Gemälden durchs Raster…

Entblößte Hinterteile, nackte Brüste, mitunter Geschlechtsteile weiblicher und männlicher Art sind in der klassischen Malerei nicht nur in Flandern Gang und Gäbe, sondern in der Kunst im Allgemeinen. Deshalb stieß die Entscheidung von Facebook, ausgerechnet Werbeclips des hochoffiziellen flämischen Tourismusverbandes auf den Index zu setzen, auf völliges Unverständnis und auf allgemeines Gelächter hierzulande.

Nach diesem Vorfall richteten das Tourismusamt und zahlreiche kulturelle Einrichtungen und Kunstmuseen einen offenen Brief an die Macher von Facebook, um ihre prüde Haltung hier doch einmal zu überdenken. 

Rasch verschwunden

Der soziale Netzwerkanbieter Facebook war sehr streng und brachte seinerzeit die Marketing-Abteilung von „Toerisme Vlaanderen“ schier zur Verzweiflung, wie deren Sprecher Stef Gits dazu gegenüber VRT NWS erzählte:

„Dieses Jahr und in den beiden kommenden Jahren setzen wir großflächig auf Rubens, Brueghel und Van Eyck. Dazu wollten wir via Facebook zielgerichtet Werbung in unseren Nachbarländern und in Richtung Spanien und Italien schicken, um Besucher anzulocken. Doch jedes Mal, wenn wir darin ein Kunstwerk zeigten, in dem Nacktheit zu sehen war, verschwand der Clip in kürzester Zeit.“

Facebook gelobt Besserung

Jetzt haben der Tourismusverband und die Kulturwelt in Flandern mit einem lustigen Film und mit unserem offenen Brief an Facebook für ein Umdenken sorgen können, wie Gits weiter angab: „Heute haben uns die europäischen Vertreter von Facebook versprochen, dass sie ihre Algorithmen auf ihrer sozialen Netzwerkseite anpassen, so dass ‚künstlerische Nacktheit‘ in Zukunft nicht mehr verschwinden wird.“

Das soll übrigens nicht nur für „Toerisme Vlaanderen“ gelten, sondern auch für alle anderen kulturellen und musealen Einrichtungen im belgischen Bundesland Flandern. Zudem gab Facebook an, die Verfahren in Zweifelfällen zu beschleunigen und transparenter zu gestalten.