Brüsseler Umweltzone: Ab Montag wird es ernst. Bußgeld in Höhe von 350 €

Die belgische Hauptstadt schloss vorerst Fahrzeuge der EURO-Abgasnorm 0 und 1 vom Verkehr aus. Bis Ende September wurde bei Verstößen gegen die Umweltzone auf Strafen verzichtet. Das ändert sich ab Montag, den 1. Oktober. Ab dann müssen Autofahrer die mit solchen Gefährten in den 19 Brüsseler Gemeinden unterwegs sind mit saftigen Strafen zwischen 150 und 350 Euro rechnen. 

Nachdem Antwerpen eine Umweltzone eingeführt hatte, zog Brüssel zum 01. Januar 2018 mit einer so genannten Low Emission Zone (LEZ) nach. Das Ziel: Ältere Fahrzeuge, die die Umwelt durch sehr starke Abgas-Emissionen verschmutzen, sollen aus der Hauptstadt verbannt werden. Weitere belgische Städte sollen folgen.

Bis Ende des Jahres müssen die betroffenen Wagenhalter aber nur mit einem Strafzettel rechnen. Sie sollen so die Zeit erhalten, Ihr Fahrzeug zu ersetzen oder sich Mobilitätsalternativen zu suchen.

Kontrolliert werden die Autos mithilfe von intelligenten Verkehrsüberwachungskameras – 184 sind bereits im Einsatz, 40 weitere sollen folgen. Sobald ein Pkw in die Brüsseler Umweltzone einfährt, wird das Nummernschild in Sekundenschnelle gescannt und mit der städtischen Datenbank abgeglichen. Wer ein zu altes Fahrzeug hat und trotzdem eingefahren ist, bekommt automatisch einen Strafzettel nach Hause geschickt. Brüssel Mobilität hat 300 Info-Tafeln an der Ein- und Ausfahrt der Umweltzone installiert.

Rund um die Uhr

Die Brüsseler Umweltzone gilt rund um die Uhr an allen sieben Wochentagen und umfasst die gesamte Metropolregion der belgischen Hauptstadt. Im Westen, Norden und Osten wird sie durch den Brüsseler Autobahnring begrenzt, der selbst nicht zur Umweltzone gehört, im Süden durch die Gemeinde Watermael-Boitsfort.

Autoreisende aus dem Ausland müssen sich übrigens online registrieren, wenn sie in die Umweltzone einfahren wollen – und das auch wenn ihr Automobil die Vorgaben erfüllt. Die Registrierung ist kostenlos und erfolgt online. Eine Plakette ist nicht erforderlich.

Tagespässe für Dieselfahrzeuge mit der Abgasnorm Euro 0 und 1, die unter das Zufahrtsverbot fallen, ermöglichen die Einfahrt maximal 8 x pro Jahr und können für 35 Euro schon seit dem 1. September erworben werden. Ein Tagespass umfasst allerdings nicht die Parkgebühr auf gebührenpflichtigen Parkplätzen. Ein Parkticket muss gesondert gelöst werden.

Betroffene Fahrzeuge

Vom Einfahrverbot in die Umweltzone sind bislang dieselbetriebene Pkw, Vans, Transporter bis 3,5 t, Busse und Reisebusse betroffen, die nicht die vorgeschriebene Euronorm 2 bis 6 aufweisen, also die Euronorm 0 oder 1 aufweisen. Dies gilt sowohl für belgische als auch für ausländische Fahrzeuge. Andere Fahrzeuge - darunter Motorräder, Kleinkrafträder, LKW über 3,5 t (nur zum Warentransport) sowie elektro-, erdgas- und wasserstoffbetriebene Fahrzeuge - fallen nicht unter die Regelungen der Umweltzone.

„Indem wir die umweltunfreundlichsten Fahrzeuge allmählich von der Einfahrt in die Region Brüssel-Hauptstadt ausschließen und alternative Verkehrsmittel fördern, tragen wir zur Verbesserung der Luftqualität und damit der Gesundheit der Bürger bei“, unterstreicht die Brüsseler Umweltministerin Céline Fremault.

Das Fahrverbot für schadstoffreiche Autos soll in Zukunft stufenweise ausgeweitet werden. So sind 2019 zum Beispiel nur noch Diesel-Fahrzeuge der Klassen 3 bis 6 und Benziner der Klassen 2 bis 6 in der Brüsseler LEZ erlaubt.