Barometer der Informationsgesellschaft: Belgien bei den Absteigern

Obwohl die Digitalisierung in Belgien voranschreitet, ist dieses Land im europäischen Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft (Digital Economy and Society) zurückgefallen. Belgien liegt nun auf dem achten Platz, hat aber zum Ziel, bis 2020 auf den dritten Platz aufzusteigen. Das hat das Wirtschaftsministerium an diesem Dienstag anlässlich der jüngsten Vorstellung seiner jährlichen Analyse "Barometer der Informationsgesellschaft" bekannt gegeben.

Der Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft  (DESI) wurde von der Europäischen Kommission entwickelt, um den Fortschritt der digitalen Wirtschaft und Gesellschaft in den EU-Mitgliedstaaten messen und bewerten zu können. 

Belgien war bereits im letzten Jahr um einen Platz zurückgefallen und sinkt in diesem Jahr also noch einmal um zwei Plätze auf den achten Platz.

Zu den Pluspunkten in Belgien zählen unter anderem die gute Vernetzung. Fast überall in Belgien gibt es ein Festnetz für Internet und 86 Prozent der Familien hatte im letzten Jahr auch eine Internetverbindung zu Hause. Dadurch ist die digitale Kluft erstmals unter die psychologische Grenze von 10 Prozent geschrumpft: Nur noch 9,8 Prozent der Privatpersonen in Belgien war noch nie im Internet.

Auch mobiles Breitbandinternet (mindestens 3G) steht in beinahe ganz Belgien zur Verfügung, wird aber nicht von jedem genutzt. So hatte im Juli 2017 genau 72,6 Prozent der Belgier ein Abonnement. Das ist ein ganzes Stück weniger als der EU-Durchschnitt (90,2 Prozent).

Dem Minister für Digitales und Telecom, Alexander De Croo, zufolge liege das an den hohen Preisen für mobiles Surfen in Belgien. De Croo hofft, im nächsten Jahr den Wettbewerb durch einen vierten Telekomanbieter auf dem belgischen Markt steigern zu können. Die erhöhte Konkurrenz soll die Preise drücken.

Aus dem Barometer geht auch noch hervor, dass 60 Prozent der Bevölkerung 2017 mindestens ein Mal im Internet auf Shoppingtour war. Der Umsatzanteil belgischer Unternehmen aus dem elektronischen  Handel betrug wiederum 31,4 Prozent. Auch die Kommunikation zwischen der Regierung auf der einen Seite und den Unternehmen und Bürgern auf der anderen Seite erfolgt immer mehr auf digitale Art und Weise.

De Croo hofft, Letztere noch weiter anschieben zu können und wird in wenigen Tagen den gesicherten digitalen Briefkasten eBox ins Leben rufen. eBox vereint die gesamte Kommunikation mit den Behörden und kann die Menge von Papierdokumenten drastisch einschränken.