Kaputte Atommeiler: Neue Festverträge für Strom um 110 Euro teurer als 2017

Festverträge zur  Stromversorgung, die in diesem Monat Oktober erneuert werden müssen, sind im Durchschnitt 110 Euro teurer als im Oktober des letzten Jahres. Das geht aus einem Vortrag der belgischen Elektrizitäts- und Gasregulierungskommission (CREG) im Parlament hervor. 

Die CREG rät Verbrauchern mit Festverträgen,  das heißt sowohl Privathaushalten als auch kleinen und mittleren Unternehmen, an diesen vor Auslaufen nicht zu rütteln. Sie profitierten immer noch von den niedrigeren Preisen, die bei Vertragsabschluss vereinbart worden seien. Mehr als 60 Prozent der Haushalte und 70 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen betrifft das. CREG-Dirtektor Laurent Jacquet erklärte, dass diejenigen mit einem Festvertrag bis zum Ende des Vertrages also keine Auswirkungen der Preissteigerungen zu befürchten hätten.

Für Verbraucher mit einem variablen Vertrag sei der Wechsel zu einem anderen Energielieferanten oder zu einem anderen Produkt laut CREG nicht unbedingt nötig, weil die Preise der Entwicklung der Strombörsen folgten.  

Erst bei Auslaufen des Vertrages werde der Preisvergleich notwendig. Das kann man über den Online-Tool der CREG (CREG Scan) machen.

Denjenigen, deren Vertrag schon bald ausläuft, wird geraten, sich nicht für einen festen Preis zu entscheiden, da dieser derzeit besonders hoch ist. Ein variables Produkt wäre vorteilhafter, denn es sei durchaus möglich, dass die Preise im Frühjahr und Sommer sowie infolge des Wiederanschlusses der zur Zeit still liegenden Atommeiler ans Netz erneut sinken. Dann würde sich auch ein Preisvergleich lohnen, so die CREG. 

Die Großhandelspreise für Strom steigen bekanntlich schon seit einer ganzen Weile. In Belgien ist die Situation besonders heikel aufgrund des Abschaltens mehrerer Atommeiler, aber auch von Gaswerken.