Die Wähler in Flandern wollen, dass gegen Umweltsünder strenger vorgegangen wird

Viele Wähler im belgischen Bundesland Flandern stören sich an Umweltsündern oder an Zeitgenossen, die ihren Müll achtlos wegwerfen. Dies ist aus einer entsprechenden Umfrage auf der Wahlseite „Du wählst“ von VRT NWS ersichtlich. Es sei jetzt an der Zeit, gegen Umweltsünder, so klein ihre Verstöße auch sein mögen, härter vorzugehen. 

Dosen, Flaschen, Fastfood-Verpackungen oder anderes einfach wegwerfen, das kommt in Flandern nicht mehr gut an. Auch auf die Straße geworfene Zigarettenstummel, aufgerissene und nicht weggeräumte Müllsäcke, wilde Müllkippen oder in der Natur entsorgter Schrott sind Gründe für aufgebrachte Reaktionen. Auf „jijkiest.be“, ein Link auf der VRT NWS-Wahlseite, kommen solche Themen immer wieder zum Tragen.

Die angesprochenen Wähler sind sich einig: Es muss getan sein mit Sensibilisierungs- oder Aufklärungskampagnen. Jetzt ist es an der Zeit, dass Städte und Gemeinden reagieren und Umweltsünder jeglicher Art bestrafen.

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Rund 1.300 Vorschläge und Reaktionen bezüglich des Themas „Sauberkeit in den Gemeinden“ wurden bei „Du wählst“ eingereicht. Das entspricht etwa 18 % aller Einträge, was die „Sauberkeit“ im Zuge der am 14. Oktober auch in Flandern stattfindenden Kommunalwahlen zu einem wichtigen Thema macht.

Was kostet das?

Die Flamen sind sich einig: wilder Müll ist umweltschädlich, das Aufräumen kostet die Gemeinden viel (Steuer)Geld und es ist ein störender Faktor im Straßenbild und in der Natur. Wie die Illustration, eine „heatmap“ zeigt, kommt diese Art der Städte- und Umweltverschmutzung so gut wie überall im belgischen Bundesland Flandern vor und kann schon lange nicht mehr als Randerscheinung bezeichnet werden.

Piet Coopman von der Flämischen Vereinigung der Städte und Gemeinden (VVSG) bestätigt dies: „Jede Gemeinde in Flandern wird mit der Wegwerf- und wilde Müllkippen-Problematik konfrontiert und jede Gemeinde wird auf ihrem Gebiet Stellen haben, an denen diese Problematik unter Kontrolle ist und an denen dies nicht unbedingt der Fall ist.“

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In Flandern sind besonders die Großräume Brüssel und Antwerpen sowie die Küstengemeinden davon betroffen. Doch nicht nur dort rufen die Anwohner (und Wähler) ihre Kommunen dazu auf, endlich solche Verstöße breitgefächert und streng zu bestrafen.

Vorschläge zur Lösung und zur Ahndung

Die Wähler haben auf „jijkiest.be“ zahlreiche Vorschläge und Ideen eingereicht. Eine Auswahl:

-      Bußgelder für illegale Müllentsorgung und für das Wegwerfen von Abfällen auf die Straße drastisch erhöhen

-      Mehr zielgerichtete Polizeikontrollen

-      Erwischte Umweltsünder zu Arbeitsstrafen verdonnern und dann z.B. einen Monat lang solchen Müll wegräumen lassen

-      Öffentliche Aschenbecher für Zigarettenstummel in den Städten

-      Die Lokalpolizei soll „Umwelt-SOKOs“ einrichten, die sich „fulltime“ mit diesem Thema beschäftigen

-      Mobile Überwachungskameras an bekannten Problemstellen

-      Hundetoiletten und Mülleimer für Hundehaufen in Ortschaften und Parks

-      Unterirdische Müllcontainer statt Müllsäcke

-      Abfallsammler mit der Möglichkeit zum Mülltrennen in den Städten mit entsprechender Information darüber, was in welchen Müllsack gegeben werden kann

-      Öffentliche Mülleimer öfter leeren

-      Müllsäcke aus festerem Material einsetzen, damit sie nicht so schnell reißen

-      Öfter Restmüll einsammeln, um (vor allem im Sommer) dem Gestank vorzubeugen