F-16-Nachfolger: Belgiens Regierung will Beschluss aufschieben

Die belgische Bundesregierung will den amerikanischen Rüstungskonzern Lockheed Martin darum bitten, das Angebot zur Lieferung von F-35-Kampfbombern (Foto) als Nachfolger für die veralteten F-16er noch eine Zeit lang aufrechtzuerhalten. Lockheed Martin hatte unlängst noch angedeutet, sein über eine weltweite Ausschreibung gemachtes Angebot nach dem 14. Oktober auslaufen zu lassen. Doch die Regierung will ihren Beschluss noch bis nach dem Kommunalwahlen am 14. Oktober aufschieben…

Die Regierung Michel muss noch beschließen, ob sie überhaupt die F-16er abstellen will oder sie doch noch modernisieren lässt. Und sie muss entscheiden, wer im Falle der Abstellung der F-16-Maschinen das Nachfolgeflugzeug für die Luftwaffe liefern soll. Offiziell im Rennen sind Lockheed Martin mit der F-35 und die Eurofighter-Gruppe mit dem Typhoon.

Zudem hat der französische Konzern Dassault, der sich an der Ausschreibung nicht beteiligt hatte, der Regierung durch die Hintertüre ein Angebot für seinen Rafale gemacht. Premier Michel scheint den Rafale zu bevorzugen, doch Bundesverteidigungsminister Steven Vandeput (N-VA) kann sich eher die F-35 vorstellen.

Am Donnerstag besprach das Kabinett der belgischen Bundesregierung noch einmal alle Angebote, die von der Luftwaffenführung vorgelegt wurden. Über die technischen und finanziellen Aspekte sei man sich inzwischen im Klaren, so der Verteidigungsminister. Jetzt müsse noch nach Möglichkeiten gesucht werden, wie man die nationale Industrie an dem Projekt „Neuer Kampfbomber“ beteiligen kann, so der Verteidigungsminister. 

In Regierungskreisen geht man davon aus, dass sich Lockheed Martin auf eine Verschiebung der Entscheidung einlassen werde. Dies sei schon angesichts des damit einhergehenden Investitionsvolumens von 3,6 Mia. € zu erwarten. Bundeswirtschafts- und Arbeitsminister Kris Peeters (CD&V) gab an, die Regierung werde sich in einigen Monaten in dieser Frage entscheiden. Auf jeden Fall soll noch vor dem Ende der laufenden Legislaturperiode ein Beschluss fallen, wo wird in Brüssel dazu vernommen.