Höhere Stromrechnungen: Premier nimmt Engie Electrabel in die Verantwortung

Belgiens Premierminister Charles Michel (MR - Foto) sagte am Donnerstag gegenüber den Abgeordneten in der Ersten Kammer im belgischen Bundesparlament, dass der Energie-Konzern Engie Electrabel für eventuelle höhere Produktionskosten selbst aufzukommen habe. Die Regierung steht wegen ihres Krisenmanagements in Sachen Stromversorgung in der Kritik.

Offenbar müssen die Verbraucher wegen der für den kommenden Winter drohenden Stromknappheit unter Umständen mit höheren Stromrechnungen rechnen. Durch die Tatsache, dass der Energiekonzern Engie Electabel im November sechs von sieben Kernreaktoren gleichzeitig wegen Reparaturen oder Unterhaltsarbeiten abschalten wird, muss Elektrizität zu hohen Preisen importiert werden.

Doch Premier Michel richtete sich direkt an das Management von Engie Electrabel und erinnerte den Konzern an seine Verantwortung. Die Bundesregierung hat offenbar eine Anwaltskanzlei eingeschaltet, die untersuchen soll, wie eventuelle Mehrkosten von dem Konzern zurückgefordert werden können. Dabei geht es vor allem um Mehrkosten, die durch den Ausfall der Kernreaktoren zu tun haben könnten.

Es sei an Electrabel, die Versorgungssicherheit zu gewährleisten und drohende Blackouts oder zeitliche lokale Stromabschaltungen zu vermeiden, so Michel im Parlament an die Adresse der Konzernchefs.

Von einer Senkung der Mehrwertsteuer auf Elektrizität von jetzt 21% auf 6% wollte der Regierungschef aber nichts wissen. Auch hier weist er auf die Verantwortung der Stromproduzenten, die Kosten für die Endverbraucher niedrig zu halten.