Duales Lernen wird in Flandern immer bekannter und beliebter

Die Zahl der Schüler, die sich im belgischen Bundesland Flandern für das System des dualen Lernens entschieden haben, hat sich im Vergleich zum vergangenen Schuljahr verdoppelt. Derzeit kombinieren fast 1.100 Mittelschüler 14 Schulstunden mit einer Ausbildung in einem Unternehmen. Die Zahl der Fächer, die sich für dieses Ausbildungssystem eignen, ist in den vergangenen Jahren deutlich ausgeweitet worden.

Das System des dualen Lernens ist in Flandern ein Pilotprojekt, dass Bildungsministerin Hilde Crevits (CD&V - Archivfoto (2.v.l.) beim Kühlaggregate-Hersteller Daikin) und Arbeitsminister Philippe Muyters (N-VA) vor drei Jahren gestartet haben. Dieses Ausbildungssystem erlaubt Schülern und Schülerinnen ab einem Alter von 15 Jahren eine Kombination aus 40 % Schulunterricht und 60 % Ausbildung in einem Unternehmen.

Inspirieren ließ sich die flämische Landesregierung dabei durch Erfahrungen in Deutschland und in der Deutschsprachigen Gemeinschaft in Ostbelgien, wo diese Art der Ausbildung schon länger besteht. Begonnen hatte das System in Flandern im Schuljahr 2016-2017 mit 166 Mittelschülern in sechs Fächern in den Bereichen Berufsschule und technische Unterrichte. Im vergangenen Schuljahr gab es schon 19 Fachrichtungen, für sie sich 433 Schüler und Schülerinnen meldeten.

„Mit dem dualen Lernen bieten wir Jugendlichen die Chance, ein Diplom zu erlangen, das gleichzeitig für die Schule und für die Berufsausbildung zählt. Sie machen dabei Erfahrungen in Unternehmen, die sie gut auf den Arbeitsmarkt vorbereiten. Dass diese Möglichkeit ankommt, belegen die Erfolge“

Flanderns Bildungsministerin Hilde Crevits (CD&V)

Dieses Jahr haben sich 1.094 flämische Mittelschüler für eine Ausbildung im dualen System eingeschrieben. Mittlerweile ist dies in 42 Fachrichtungen möglich. Hier bietet sich eine enorm breite Auswahl an Möglichkeiten, die weit über rein technische Berufe hinausgeht.

Am beliebtesten ist das Frisörfach (133 Teilnehmer) gefolgt von Elektromechanik (105), Pflegesektor (93), Kinderbetreuung (72) und Automechanik (61). Inzwischen ist diese Form der Ausbildung auch im sozio-kulturellen Bereich möglich und neue Fächer kamen jetzt auch noch hinzu: Gartenbau und Landschaftspflege sowie der Bereich Fast Food.

Die flämische Landesregierung will das System des dualen Lernens ab dem kommenden Schuljahr (2019-2020) definitiv übernehmen, denn das Pilotprojekt läuft bestens. Die Tatsache, dass sich dieses Jahr rund doppelt so viele Jugendliche für eine Ausbildung in dieser Form entschieden haben, bezeichnet die Ministerin als „ein feines Resultat.“