Unbezahlte Bauarbeiter besetzten aus Protest einen Kran

In Hove in der Provinz Antwerpen haben sieben ausländische Bauarbeiter stundenlang einen Baukran besetzt. Die Arbeiter gaben an, sie seien seit Monaten nicht mehr bezahlt worden und forderten mit dieser Baustellenbesetzung ihren Lohn ein. Vertreter verschiedener Gewerkschaften konnten in der Nacht zum Samstag eine Lösung für diesen außergewöhnlichen Sozialkonflikt finden.

Die sieben Bauarbeiter hatten sich fast einen ganzen Tag lang auf einem Turmkran an einer Baustelle in Hove bei Antwerpen festgekettet. Ihrer Ansicht nach hatten sie keine andere Wahl, als eine solch drastische Aktion zu beginnen, wie der aus Ägypten stammende Bauarbeiter Abdelazim Mohammed Abdelazim gegenüber VRT NWS angab:

„Wir haben nichts zu verlieren. Wir haben kein Geld um etwas zu essen und wir können unseren Familien seit zwei oder drei Monaten kein Geld überweisen, um sie zu unterstützen. Wir mussten etwas unternehmen. Wir hatten nichts mehr zu verlieren.“

Im Zuge der Vermittlung von Gewerkschaftlern kam zutage, dass die Männer für ein italienisches Bauunternehmen arbeiten, das seinerseits als Subunternehmern für eine weitere Firma tätig war und ebenfalls nicht bezahlt wurde. Die Gewerkschaften konnten erreichen, dass der eigentliche Auftraggeber der Bauarbeiten den betroffenen Arbeitern ihren Lohn auszahlte.

Da die sieben Bauarbeiter zudem in erbärmlichen Unterkünften untergebracht waren, hat sich das Rote Kreuz um sie gekümmert, sie medizinisch versorgt und ihnen für eine Nacht eine vernünftige Übernachtungsmöglichkeit gegeben. Die Gewerkschaften suchen jetzt nach einer dauerhaften Unterkunft für die regelrecht versklavten Männer.