HANS PUT

Das Chemieunternehmen Borealis aus Österreich investiert rund 1 Mia. € in Antwerpen

Borealis, ein Chemieunternehmen aus Österreich, wird etwa 1 Mia. € in eine neue Kunststofffabrik im Antwerpener Hafen investieren. Das neue Produktionswerk soll ab 2022 operationell sein, schreibt die flämische Wirtschaftszeitung De Tijd dazu. Das belgische Bundesland Flandern unterstützt dieses Projekt mit einem Zuschuss.

In der neuen Fabrik von Borealis wird Kunststoff vom Typ Propylen hergestellt werden. Propylen ist ein Basismaterial für zahlreiche weitere Kunststoffe, aus denen z.B. Verpackungen für Lebensmittel oder Bauteile für die Automobilindustrie geformt werden. Das neue Werk von Borealis - das Unternehmen ist bereits im Hafen von Antwerpen aktiv (Fotos) - entsteht in einem Industriebereich des Hafens, der Kallo genannt wird. 

Das Unternehmen soll dort ab 2022 bis zu eine Million Tonnen Propylen pro Jahr produzieren. Diese Menge entspricht etwa 10 % der Gesamtproduktion dieses Materials in Europa. Rund 100 neue Jobs werden dort geschaffen und in der Bauphase könnten dort bis zu 2.000 Arbeitskräfte beschäftigt sein.

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Die Tatsache, dass die Österreicher bereits seit 1990 einen kleineren Standort in Antwerpen unterhalten, in dem Propylen hergestellt wird und dass das belgische Bundesland Flandern mit einen Zuschuss von 6 Mio. € dabei ist, war ausschlaggebend für die Investition im Hafen. Nicht zu vergessen ist aber auch, dass der Hafen von Antwerpen den weltweit zweitgrößten Chemiehub inklusive direkte Verkehrsanbindung an Bahn, Autobahnnetz, Binnenschifffahrt und Hochseeschifffahrt beherbergt.

„Hier wird drüber gesprochen. Das setzt Antwerpen auf die Weltkarte!“

Frank Beckx, CEO des belgischen Chemieverbandes Essenscia

Wirtschaft und Politik in Antwerpen, Flandern und Belgien freuen sich über diese Investition. Frank Beckx, CEO des belgischen Chemieverbandes Essenscia, sagte auch, dass dies eine Investition auf Weltebene sei: „Die erweitert die internationalen Aktivitäten des Chemiesektors in unserem Land. Hierbei handelt es sich um einen langfristigen Entschluss, der beweist, dass die Chemieindustrie in Flandern und Belgien viele Trümpfe in den Händen hat und immer mehr zum Wegbereiter des Chemiesektors in ganz Europa wird.“

„Und das trotz der starken internationalen Konkurrenz.“

Antwerpens Hafenschöffe Marc Van Peel (CD&V)

Dem schlossen sich auch Antwerpens Hafenschöffe Marc Van Peel (CD&V) und Bürgermeister Bart De Wever (N-VA) an. Van Peel erinnerte daran, dass mit Borealis nur einer vom mehreren Chemiekonzernen jüngst Investitionen in Antwerpen tätigte oder ankündigte. Dabei vielen Namen wie Total, ExxonMobil, Air Liquide, BASF, Evonik und Inovyn…

Bürgermeister De Wever twitterte nach der Ankündigung von Borealis, im Antwerpener Hafen zu investieren: „Antwerpen ist die Lokomotive von Europa. (…) Neue Jobs und Investitionen: der Motor der Veränderung dreht immer besser!“